Open Source im professionellen Einsatz

Komplexer mit neuen Zielen - Schädlingsausblick 2010

16.12.2009

Der russische Sicherheitsexperte Kaspersky wagt einen Ausblick auf die Malware-Entwicklung im Jahr 2010 und sieht neuartige Angriffe auf Nutzer zukommen.

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Cyberkriminelle suchen sich im kommenden Jahr verstärkt Filesharing- beziehungsweise Peer-to-Peer-Netzwerke für ihre Machenschaften aus, prognostiziert Kaspersky. Erste Anzeichen für das Betätigungsfeld habe es bereits im laufenden Jahr gegeben: Über Torrent-Portale seien Schadprogramme wie TDSS und Virut und - als Premiere - der erste Backdoor-Trojaner für Mac OS X gewandert.

Ansonsten seien die Kriminellen, gemeint sind Botnetzanbieter, damit beschäftigt, die Konkurrenz aus den eigenen Reihen abzuschütteln. Im Bericht heißt es "Cyberkriminelle werden weiterhin versuchen, sich gegenseitig Internet-Traffic abzujagen. Die aktuelle Cybercrime-Szene lässt nichts unversucht, um sich einen legalen Anstrich zu verpassen, und mit dem durch Botnetze generierten Traffic kann viel Geld verdient werden."

Treffen die Vorhersagen zu, nimmt dagegen der Trend, Nutzern gefälschte Antivirenprogramme unterzujubeln, wieder ab. Im Jahr 2009 habe dieses Phänomen mit dem Conficker-Wurm seinen Höhepunkt erreicht. Confickers massenhafte Installationen von gefälschten Antivirenprogrammen habe den "Markt" gesättigt und gleichzeitig die Sicherheitsanbieter nebst den Strafverfolgungsbehörden aufgerüttelt. Die Masche der gefälschten Programme bestand darin, vermeintliche Schädlinge auf dem PC zu entdecken, damit Panik beim User auszulösen um dann für die angebliche Säuberung oder den Programmdownload zur Kasse zu bitten sowie alternativ neue Schadsoftware zu installieren und den Rechner zum Bot umzuwandeln.

Unlauteres Angebot: Gefälschtes Antivirenprogramm bittet um Aktivierung. Quelle: Kaspersky Lab

Zu erwarten seien dagegen komplexere Schadprogramme und verfeinerte Rootkit-Technologien, glaubt Alex Gostev, Direktor des Global Kaspersky Lab Research & Analysis Team.

In den Fokus der Cyberkriminellen rücke Googles Web-Service Wave. Kaspersky sieht Angriffe auf den neuen Google-Dienst im klassischen Dreisprung ablaufen: Spam-Mails verschicken, Phishing-Attacken starten, Malware über Schwachstellen verbreiten. Dem ebenfalls neuen Web-Betriebssystem Chrome dagegen traut Kaspersky weniger Anziehungskraft im Milieu zu und rechnet nicht damit, dass Chrome in naher Zukunft von Cyberkriminellen massiv angegriffen werde.

Anders sieht das bei I-Phone und das Android-Handys aus. Erste entdeckte Schadprogramme im Jahr 2009 sprechen dafür, dass die mobilen Systeme im Fadenkreuz der Malware-Industrie liegen, orakelt Kaspersky. Klassisches Einfallstor: Nicht ausreichend abgesicherte Fremdsoftware. Grund für die Hinwendung der nach dem Credo von Kaspersky nicht ohne entsprechende Marktanalyse angreifenden Malware-Versender: Android erfreue sich in China zunehmender Beliebtheit. Weitere Analysen stellt Kaspersky auf seinen Websites zur Verfügung.

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