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Knoppix 6.0 bootet doppelt so schnell

Klaus Knopper trägt seinen Ruf als genialer Tüftler sicher nicht umsonst: Die neue Live-CD Knoppix 6.0 bringt mit Adriane und einem optimierten Bootprozess schöne Neuheiten mit.

Wenn deutschsprachige Windows-Anwender ein Linux beim Namen kennen, ist es meist Knoppix, das als Live-CD bereits einige Windows-Rechner vor dem kompletten Datenverlust gerettet hat. Nun gibt es Version 6.0 des Krisenhelfers (Codename "Microknoppix") auf einer Live-CD für 32-Bit-Systeme. Klaus Knopper und seine Helfer haben die Distribution komplett neu gebaut, sie lehnt sich wieder stärker an Debian Lenny an und ist mit den Paketen des Debian-Projekts kompatibel - lediglich die Konfigurationsdateien hat das Projekt angepasst.

Die komplette Bootsequenz wurde überarbeitet: Durch Parallelisierung der Bootprozesse benötigt Knoppix beim Booten nur noch halb soviel Zeit wie der Vorgänger in Version 5.x. Zugleich haben die Entwickler den Software-Umfang für die CD reduziert, um das Remastern zu vereinfachen: Knoppix-Klone mit eigener Geschmacksnote sind nun ab 256 MByte zu haben - was auch den Codenamen Microknoppix erklärt. Dank "flash-knoppix" lassen sich auch bootbare USB-Sticks der Distribution erzeugen.

Ein eigens konfigurierter Networkmanager übernimmt auf der grafischen Oberfläche die Netzwerk-Konfiguration -- im Textmodus hilft dabei ein CLI (Command Line Interface). Für Einsteiger, aber auch für Sehbehinderte, gibt es Adriane: Sprechende Menüs führen die Anwender durch den Desktop, das Sprachsystem startet nach dem Booten per Default. Zudem ist es dank Compiz möglich, Ausschnitte des Desktops stark zu vergrößern.

Knoppix 6.0 nutzt das schlanke LXDE als Standarddesktop, als Browser kommt Debians Firefox-Klon Iceweasel zum Einsatz. Wer die Rettungsdistro im Büro einsetzen will, stößt auf das aktuelle Open Office 3.0.1. Weitere Hinweise zu Knoppix gibt es auf Knopper.net, dort steht auch mehr zum Micro-Remastering. Wer die Knoppix-CD herunterladen will, findet hier eine Liste mit zahlreichen Mirror-Servern.

(Kristian Kißling)
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