Open Source im professionellen Einsatz

Khronos: Open XR soll VR-Entwicklung vereinfachen

01.03.2017

Die Khronos Group hat mit Open XR eine neue Initiative angekündigt, die das Durcheinander bei den Virtual-Reality-Devices und den dazugehörigen Apps ordnen will. Die Industrie ist weitgehend an Bord.

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Auch wenn die breite Adaption von VR noch auf sich warten lässt, ist die Zahl der verfügbaren VR-Geräte bereits jetzt leicht unüberschaubar. Es gibt unter anderem Devices von Sony, HTC, Oculus, Google, Samsung, Intel und LG und das ist nur eine Auswahl. Hinzu kommen noch einige Anbieter spezialisierter HMDs.

Das dabei entstehende Problem kennt jeder Software-Entwickler: Wer eine App für sämtliche VR-Devices entwickeln möchte, hat eine Menge Arbeit. So arbeitet die Hardware auf allen Geräten technisch ein wenig anders, das betrifft unter anderem die Steuerung, aber auch das Tracking der Kopfbewegungen und einiges mehr.

Mit einem Application Interface und einem Device Layer will die Khronos Group, das Industriekonsortium hinter Open GL und Vulkan, das Durcheinander bei den VR-Geräten und der dazugehörigen Software auflösen. Die neu angekündigte Initiative heißt Open XR. Sie soll ein zentrales Application Interface für sämtliche Hersteller entwickeln, so dass eine App auf allen Geräten läuft. Ein Device Layer soll zugleich die Unterschiede in der Hardware abfangen. Dazwischen hängen die Runtime Systeme der VR-Anbieter, die sich unter anderem um die Verzerrungskorrekturen oder ein einheitliches Koordinatensystem kümmert.

So sieht der Status Quo für VR-Entwickler aus (Quelle: khronos.org)

Die Initiative startet gerade erst, und es dauert sicher noch einige Zeit, bis erste Ergebnisse zu sehen sind. Die starke Industrie-Unterstützung könnte aber ein Hinweis darauf sein, dass aus ihr etwas wird. Mit an Bord sind als Hardware-Hersteller etwa Google, Oculus, Samsung, Sony, LG, Intel, Razer aber auch AMD, Nvida und ARM. Auch die beiden großen Hersteller von Grafikengines Unity und Epic Games (Unreal Engine) sind mit von der Partie. HTC fehlt, dafür ist Valve dabei.

Ein Application Interface und Device Layer sollen das Chaos glätten (Quelle: khronos.org).

Einen Pferdefuß gibt es aber: Wer am Standardisierungsprozess teilnehmen möchte, muss Khronos-Mitglied sein und für Stimmrechte und die Mitarbeit in der Working Group einiges Geld berappen.

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