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Kernel-Next: Zwischenstufe für höhere Effizienz

13.02.2008

Andrew Morton hatte einen Traum: Ein neuer Kerneltree, der die Kernelentwicklung übersichtlicher und effizienter macht. Er suchte einen Maintainer und hat ihn in Stephen Rothwell gefunden.

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Der neue Kerneltree "Kernel-Next" soll eine Zwischenstufe zwischen den Codebeständen von Torvalds und Morton bilden. Torvalds' Baum beherbergt den jeweils kommenden Kernel, der sich in den letzten Zügen befindet. Die dort enthaltenen Treiber und Änderungen sind fest gebucht für die nächste Veröffentlichung. Ganz anders der Baum von Morton: Sein "-mm"-Tree enthält all jene Entwicklungen, die noch als hoch experimentell anzusehen sind und getestet werden müssen. Linux-Next soll nun für eine bessere Verbindung zwischen beiden sorgen. Neuentwicklungen, die Mortons Baum erfolgreich durchlaufen haben, sollen nun in den Next-Tree gehen und von dort zu Torvalds.

Die Entwickler erhoffen sich von dem neuen System besseren Code für Torvalds, so dass die Arbeit an einer neuen Kernel-Release einfacher wird. Der Next-Tree wird Treiber enthalten, für die eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für die Aufnahme durch Torvalds besteht. Diese werden dann im Next-Zweig weiter verbessert, um dann mit nur noch geringem Aufwand in die nächste Kernel-Version zu gelangen. Postiv für die Entwickler: Mit drei Zweigen sollen die Entwicklungsstufen besser und klarer voneinander zu trennen sein. Zudem sollen die Subsystem-Verwalter ihre Arbeit besser koordinieren können.

Der Maintainer des neuen Zweigs ist Stephen Rothwell, der nun nach Subsystem-Verwaltern sucht. Auf der Linux Kernel Mailing List beschreibt er den neuen Zweig und wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt. Die an der Diskussion beteiligten Entwickler reagierten zu großen Teilen sehr positiv, auch wenn die Diskussion später in eine Grundsatzdiskussion über die Kernelentwicklung abglitt.

Erratum: Der neue Kernelzweig heißt nicht "kernel-next", sondern "linux-next". Wir bitten, das Versehen zu entschuldigen.

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