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Kaspersky Lab: Spammer machen Eigenwerbung

In seinem halbjährlichen Spam-Report kommt der russische Sicherheitsexperte Kaspersky Lab zum Schluss: Die Wirtschaftskrise hat keine Auswirkungen auf das Spam-Aufkommen. Aber: Die Spammer müssen Eigenwerbung für ihre Dienste machen.

85 Prozent des E-Mail-Verkehrs ist Spam. An diesem erschreckend hohen Anteil hat sich, mit einigen monatlichen Schwankungen, im ersten Halbjahr 2009 nichts geändert. Bei genauerer Betrachtung der Spam-Mails waren 0,3 Prozent davon mit schädlichen Anhängen versehen. Weitere 0,6 Prozent der Mails versuchten auf Phishing-Webseiten zu locken, was einen sukzessiven Rückgang von 0,78 Prozent bedeutet. Die russischen Spam-Experten schließen daraus, dass Anti-Phishing-Systeme Anwender besser vor Phishing schützen und diese Methode für Cyberkriminelle immer unattraktiver werde. Am Hauptangriffsziel der Phishing-Versuche hat sich allerdings nichts geändert, das bleibt der Bezahldienst Paypal, gefolgt von Nutzern des Auktionshauses Ebay ein. Auch bei diesen beiden Zielen seien dank Aufklärung der Nutzer die Angriffe immer weniger effektiv.

Bei den Herkunftsländern hat sich eine Verschiebung ergeben: Indien, Thailand, Rumänien und Polen haben sich neu in den Top 10 angesiedelt. Spanien, Italien, Deutschland und die Ukraine sind nicht mehr unter den ersten zehn. Russland und die USA sind nach wie vor die Spitzenreiter, allerdings mit abnehmendem Anteil. Zum Vergleich: Aus Russland kam im zweiten Halbjahr 2008 noch 22 Prozent aller Spam-Mails, im ersten Halbjahr 200 aber nur noch 11 Prozent. Von den USA sanken in den genannten Zeiträumen die weltweiten Spam-Anteile von 16 auf 10 Prozent.

Die beliebteste Kategorie der Spam-Mails bleibt der Bereich "Gesundheit und Medikamente" mit 22 Prozent. Einen immensen Aufstieg hat das Segment Werbung für Spammer-Dienstleistungen gemacht: Ein Plus von 10 Prozent deutet daraufhin, dass die Spamversendern sich verstärkt um Kundschaft bemühen müssen. Die Wirtschaftskrise habe wohl dazu geführt, dass den Spammern ein Teil der Stammkundschaft weggebrochen sei, vermutet Kaspersky. Dass die Spam-Versender ihr eigenes Produkt gerne attraktiv bewerben sei ebenfalls festzustellen. Spammer-Eigenwerbung werde meist als grafischer Spam verschickt, was zwei Gründe habe, erstens das Austricksen von Spam-Filtern, zweitens, die attraktivere Werbung für das eigene Produkt. Es sei festzustellen, heißt es im Report des Antivirenspezialisten, dass nicht nur Programmierer bei den Spam-Mails mitwirken, sondern inzwischen auch professionelle Designer und Marketing-Experten. Den Halbjahresreport gibt es online bei Kaspersky Lab nachzulesen.

(Ulrich Bantle)
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