Open Source im professionellen Einsatz

KDE Plasma 5.10 veröffentlicht

31.05.2017

Das KDE-Projekt hat eine neue Version seiner Desktop-Umgebung veröffentlicht. Plasma 5.10 enthält viele kleine, aber nützliche Änderungen. So nutzt die Arbeitsfläche ab sofort standardmäßig die Ordner-Ansicht („Folder View“).

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Auf diese Weise lassen sich beliebige Dateien und Verzeichnisse auf der Arbeitsfläche ablegen. Zieht man zudem dort eine Datei auf ein Verzeichnissymbol, öffnet sich ein Fenster dem Verzeichnisinhalt. Dank dieser „Spring Loading“ genannten Technik lassen sich Dateien einfach per Drag-and-Drop an die passende Stelle schieben. Das Raster, in dem die Symbole auf der Arbeitsfläche angeordnet werden, ist jetzt enger gefasst und somit optisch kompakter. Die Entwickler haben zudem nach eigenen Angaben die Performance der Folder View drastisch verbessert.

Anwender können ab sofort über die Ecken von Widgets deren Größe verändern. Wenn sie die [Alt]- und die linken Maustaste gedrückt halten, können sie zudem das Widget verschieben. Ab sofort halten sich zudem die Symbole im Panel an die Einstellungen hinter „Symbole | Erweitert | Größe“.

Die Fensterleiste (alias Task Manager) erkennt die mittlere Maustaste. Über sie lassen sich unter anderem die Fenstereinträge schnell gruppieren. Die Größe der Symbole in einer vertikalen Fensterleiste lässt sich jetzt einstellen. Plasma 5.10 erkennt zudem jetzt weitaus mehr Programme, für die es in der Fensterleiste einen neuen Eintrag erstellt. Dazu zählen unter anderem Anwendungen, die auf StartupWMClass und perl-SDL basieren.

Auf dem Sperrbildschirm erscheinen jetzt die Bedienelemente Medienwiedergabe. Wechselt der Rechner in den Suspend-Modus, schaltet Plasma automatisch den Ton ab. Das Lautstärke-Applet hält für jeden Regler ein Kontextmenü bereit, über das Anwender das entsprechende Gerät stumm schalten oder an die Kopfhörer umleiten können.

Neben diesen größeren Neuerungen gab es auf viele kleinere. So läuft der Sperrbildschirm ab sofort abgesichert in einer Sandbox (mit der Seccomp-Technik). KRunner liefert als Suchergebnis auch nicht-installierte Anwendungen. Das Startmenü präsentiert auf Wunsch die häufig genutzten Anwendungen und Dokumente. Die Fenster von abgestürzten Anwendungen dunkelt Plasma 5.10 ab. Über ein neues Modul in den Systemeinstellungen können Anwender weitere Bilder für den Startbildschirm herunterlanden und auswählen.

Die Software-Verwaltung Discover hat Backends für die alternativen Paketformate Flatpak und Snap erhalten. Die entsprechenden Funktionen gelten aber noch als experimentell. Die Bewertungen der Anwendungen bezieht Discover neuerdings aus den GNOME Open Desktop Ratings.

Besitzer eines Touch-Screens dürfen ab sofort die Bildschirmtastatur auch im Anmelde- und Sperrbildschirm aufrufen. Plasma 5.10 unterstützt zudem von den Rändern ausgehende Wischgesten. Die linke Bildschirmseite wechselt standardmäßig zum nächsten Fenster.

Die Wayland-Implementierung ist zwar noch immer experimentell, ihr Funktionsumfang schließt aber langsam zur X11-Fassung auf. Plasma 5.10 bietet jetzt insbesondere alle Funktionen für das Tastatur-Layout. So können Wayland-Nutzer die Tastaturbelegung über ein Symbol im Panel wechseln, das Layout auf Basis von Policies vorgeben und von anderen Programmen über eine IPC-Schnittstelle tauschen. Alle Neuerungen finden sich in den offiziellen Release Notes.

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