Open Source im professionellen Einsatz

JDK 9 mit Projekt Jigsaw erschienen

25.09.2017

Den Weg aus der JAR-Hölle verspricht Entwickler Mark Reinhold durch das Ende letzter Woche mit JDK 9 veröffentlichte Project Jigsaw. Dessen Adoption werde aber dauern.

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Nach einer längeren Verzögerung veröffentlichte Oracle Ende letzter Woche das lang erwartete Java 9. Eine der größeren Neuerungen besteht in der Integration von Projekt Jigsaw. Das ist Teil des JDK 9 und ermöglicht eine Modularisierung der Java SE Plattform. Im Zuge der Veröffentlichung äußerte sich Mark Reinhold, Chef der Entwicklungsabteilung für die Java Standard Edition bei Oracle, zum neuen Modularisierungsprojekt. Eine schnelle Annahme hält er dabei für unwahrscheinlich.

Er zählte die starke Kapselung und zuverlässige Konfiguration zu den wesentlichen Vorteilen von Jigsaw, das es künftig ermögliche, aus der "JAR-Hölle zu entkommen" und Code besser zu strukturieren. Das helfe der Wiederverwendbarkeit und Langzeit-Entwicklung in Projekten. Doch es gibt auch Auswirkungen auf existierende Projekte. Während monolithische Anwendungen in der Regel ohne Änderungen weiter funktionieren, gebe es für Bibliotheken und Frameworks, die "von internen Implementierungsdetails des JDK abhängen", eventuell Warnungen zur Laufzeit. dazu hätten unter anderem Maven, Gradle und Ant gehört, allerdings seien diese bereits repariert worden.

Reinhold erwarte eine lange Phase der Annahme von Jigsaw. Entwickler werden vermutlich zunächst Gebrauch von der Modularität der Plattform machen, bevor sie das Modulsystem in ihrem eigenen Code einsetzen. Letzteres ließe sich zudem einfacher in neuen Code einsetzen als in existierenden, letzteres sei in vielen Fällen schwierig und oft auch unnötig. Der Entwickler geht davon aus, dass Jigsaw die Zukunft von Java sichern werde, weil sich überflüssige Module nun einfach entfernen und unfertige Module für frühe Tests einfügen lassen.

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