Open Source im professionellen Einsatz

IoT-Unfall: Nest-Thermostat ausgefallen

14.01.2016

Wer sich über kleinere Bugs auf dem Rechner ärgert, wird das Internet der Dinge lieben. Die New-York-Times berichtet über einen Bug, der Nest-Thermostate außer Betrieb setzte und die Nutzer in der Kälte sitzen ließ.

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Nick Bilton ist Autor des Buches "I Live in the Future & Here’s How It Works" und setzt sich offenbar mit voller Absicht neuen Trends aus, in diesem Fall dem Internet der Dinge. In seiner aktuellen Kolumne in der New York Times schilderte er nun, was passiert, wenn ein reguläres IoT-Software-Update fehlschlägt.

In diesem Fall traf es ein "intelligentes" Thermostat der Firma Nest, die Google 2014 für 3,2 Milliarden US-Dollar erworben hat. Das lernt laut Firmenwerbung, welche Temperaturen die Hausbewohner mögen, lässt sich per Handy programmieren und schaltet sich ab, wenn niemand zu Hause ist.
Im konkreten Fall wachte um 4 Uhr morgens das Baby der Familie auf, weil das Thermostat ausgefallen und die Raumtemperatur von 21 auf etwa 18 Grad gefallen war. Nicht nur den Biltons ging es so, sondern offenbar auch einer Reihe anderer Nest-User.

Ein Bug hatte die Batterie leer gesaugt, der recht umständliche Workaround bestand aus einer Prozedur mit neun Schritten, in deren Verlauf User das Thermostat über ein USB-Kabel wieder laden konnten. Während sich User wie Bilton über Twitter schnell informieren und selbst helfen, könne so ein Bug für ältere Menschen ohne Technikerfahrung ernsthafte Gesundheitsprobleme nach sich ziehen, schreibt Bilton.

Wer den Schaden hat, könne allerdings nicht vor Gericht ziehen. Nest sichere sich, wie immer mehr Firmen in den USA, mit einer Klausel in den Verträgen dagegen ab. Die verbietet es Anwendern, das Unternehmen zu verklagen, stattdessen regelt ein Schiedsgerichtsverfahren sämtliche Streitigkeiten. Der Autor überlegt nun, dem Rat eines anderen Nest-Users zu folgen und sich ein klassisches Thermostat ohne Wifi-Zugang zu besorgen.

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