Interview mit Linux-Autor Michael Kofler - Bücher zu gewinnen!
25.11.2009
In diesen Tagen erscheint Michael Koflers Linux-Buch in der 9. Auflage. Im Gespräch mit Linux-Magazin Online blickt der Bestseller-Autor auf viele Jahre Linux zurück. Außerdem sind 10 Exemplare von Koflers "Linux 2010" zu gewinnen.
Ihr Linux-Buch erscheint nun schon seit 1995. Was sind ihrer Meinung nach die größten Fortschritte, die Linux und freie Software seither gemacht haben?
Michael Kofler: Die Desktop-Systeme Gnome und KDE sind mittlerweile so gut, dass es keine Einschränkungen im Vergleich zu Mac OS X oder Windows gibt. Die Bedienung ist ein wenig anders, aber nicht schwieriger als bei anderen Betriebssystemen. Auch das Angebot der wichtigsten Desktop-Programme (Web, Office, Multimedia) ist gut, soweit nicht rechtliche Probleme im Weg stehen (beispielsweise bei der DVD-Wiedergabe). Wenn ich mir die Screenshots in der ersten Auflage meines Linux-Buchs ansehe: Linux ist nicht wieder zu erkennen!
Welche Probleme sind geblieben, anders gesagt: Welche Ärgernisse plagen Sie bei der Arbeit mit Open Source? Was fehlt unter Umständen?
Michael Kofler: Persönlich fehlt mir unter Linux nichts: Ich kann alle meine Aufgaben vollständig unter Linux erledigen, ich kaufe nur Hardware, die Linux-kompatibel ist, und bin mit Linux generell zufrieden.
Aber zugegebenermaßen ist Linux nach wie vor nicht jederman geeignet: Branchenspezifische Programme gibt es vielfach nur für Windows. Auch das Zusammenspiel mit neuer Hardware birgt oft Probleme, die für Einsteiger nicht zu lösen sind. Lästig ist auch, dass neue Programmversionen oft nur sehr schwer zu installieren sind. (Versuchen Sie mal, Firefox auf einer alten SUSE- oder Ubuntu-Installation auf eine aktuelle Version zu aktualisieren.)
Was ist Ihr Lieblingsprogramm, und warum?
Michael Kofler: Das kann ich nicht sagen. Zu den am meisten genutzten Programmen zählen Emacs, Firefox und VirtualBox, aber wirklich verliebt habe ich mich in keines dieser Programme.
Wie kamen Sie persönlich zu Linux, und wie wurde das schreiben darüber zu Ihrem Beruf?
Michael Kofler: Zu Linux kam ich, als ich vor rund 20 Jahren ein Buch über das Computer-Algebra-System Maple schrieb und selbst setzen wollte. Dazu brauchte ich LaTeX, und der einfachste Weg zu LaTeX führte über Linux. (Etwas Unix-Erfahrung hatte ich damals schon von der Hochschule.)
Zum Schreiben: Das ist eher zufällig passiert. Ich schreibe seit der Matura (dem Abitur) Computer-Bücher. Anfangs war das eine Mischung zwischen Sommer-Job und Hobby, später ist es zum Beruf geworden.
Eines Ihrer nächsten Bücher behandelt Ubuntu 9.10, Codename Karmic Koala. An der Qualität dieser Release gab es einige Kritik. Können Sie das nachvollziehen?
Michael Kofler: Die Kritik bezieht sich fast ausschließlich darauf, dass Updates von Version 9.04 auf 9.10 nicht oder nur schlecht funktionieren. Von solchen Distribution-Updates rate ich seit Jahren in allen meinen Linux-Büchern ab. Eine Neuinstallation ist schneller und sicherer.
Davon abgesehen funktioniert Ubuntu 9.10 zumindest bei mir sehr gut. Erste Testversionen waren bei mir schon im August im Einsatz, auf meinem wichtigsten Arbeitsplatzrechner habe ich Karmic Koala im September installiert und hatte nie ein Problem.
10 mal "Linux 2010 zu gewinnen!"
Bis einschließlich Sonntag, 29. November, können Sie Michael Koflers neues Buch "Linux 2010" gewinnen. Linux-Magazin Online verlost unter den Einsendern der richtigen Antwort auf eine Rätselfrage insgesamt 10 Exemplare.
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(Mathias Huber)
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