Open Source im professionellen Einsatz

Intel investiert 50 Millionen in Quantencomputer

04.09.2015

Intel, die Forschungseinheit QuTech der Delft University of Technology und die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) arbeiten zukünftig eng in der Erforschung von Quantencomputern zusammen. Im Rahmen der zehnjährigen Kooperationsvereinbarung investiert Intel 50 Million US-Dollar sowohl am Universitätsstandort in Delft als auch in den Intel-eigenen Standorten weltweit.

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Das gemeinsame Ziel von Intel, der QuTech und der TNO ist es, eine technologische Grundlage für die Entwicklung von Quantencomputern zu schaffen. QuTech hofft, die eigenen theoretischen Arbeiten auf dem Gebiet des Quantencomputing mit Intels Expertise als Gerätehersteller verbinden zu können. Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese Technologie zur schnellen Lösung komplexer Fragestellungen eignet, die gegenwärtig nahezu unüberwindbar sind. Auf Basis des Quanten-Computing könnte etwa die Entwicklung neuer Medikamente drastisch vereinfacht oder die Analyse hochkomplexer Finanzsysteme ermöglicht werden.

Heutige Computer verarbeiten Daten in binären Zahlen (Bits), die jeweils einen von zwei Zuständen einnehmen können (null oder eins). Quanten-Computer hingegen nutzen Quantum Bits (Qubits), die gleichzeitig mehrere Zustände annehmen können. Entsprechend könnten laut theoretischer Studien eine sehr große Anzahl an Computingoperationen parallel durchgeführt werden.

Gegenwärtig sind noch eine Reihe praktischer Probleme ungelöst, bevor Quantencomputer außerhalb von Laboren eingesetzt werden können. Dazu gehören die Skalierbarkeit - zur Zeit enthalten solche Rechner nur wenige QuBits, bräuchten aber Tausende - und Schwierigkeiten bei der Kühlung auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts (-270 Grad C). Bei der Lösung dieser Probleme konkurriert Intel beispielsweise mit IBM, die erst im April verkündeten, die Grundlage für viele Qubits auf einem Chip geschaffen zu haben und erste Schritte zu einer Qubit-Fehlerkorrektur gegangen zu sein.

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