Intel: EU verhängt Milliardenstrafe wegen Machtmissbrauch
14.05.2009
Die EU hat gegen das Chipunternehmen Intel eine Strafe von 1,06 Milliarden Euro verhängt, weil es zwischen 2002 und 2007 den Wettbewerb verzerrt habe.
Die Entscheidung sei "nicht richtig" und lasse "die Besonderheiten eines hoch wettbewerbsintensiven Marktes außer Acht", kommentiert Intels CEO Paul Otellini die Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro, welche die EU-Kommission dem Konzern aufbrummen will. "Intel hat niemals Produkte unterhalb der Herstellungskosten verkauft. Wir haben aber immer in Innovation investiert, in die Herstellung sowie in die Entwicklung neuer und wegweisender Technologien. Die Folge davon ist, dass wir in einem wettbewerbsintensiven Markt Rabatte auf unsere Produkte gewähren können um damit wettbewerbsfähig zu bleiben", so Otellini weiter. Business as usual also.
Im Bericht der EU-Kommission liest sich das etwas anders. Sie wirft Intel vor, zwischen 2002 und 2007 seine Marktmacht missbraucht zu haben. Das Unternehmen habe großzügige Zahlungen an Firmen geleistet und Rabatte eingeräumt, wenn diese ihre Chips von Intel und nicht vom Konkurrenten AMD beziehen. So zahlte Intel Geld an die Media Saturn Holding (Besitzer der Marken Saturn und Media Markt), wenn diese ihre PCs allein mit Intel-CPUs verkaufen. Den Herstellern Dell, Acer, HP, Lenovo und NEC räumte Intel demnach hohe Rabatte ein, wenn diese alle oder einen großen Teil ihrer CPUs ausschließlich von Intel beziehen.
"Intel hat Millionen europäischer Verbraucher geschadet, indem es viele Jahre lang gezielt versucht hat, Wettbewerbern den Zugang zum Computerchipmarkt zu verwehren", erklärt EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die Entscheidung. Auch AMD zeigte sich naturgemäß zufrieden mit dem Urteil, das finanziell offenbar noch unter dem liegt, was die EU-Kommision hätte verlangen können. Intel will gegen das Urteil Berufung einlegen.
(Kristian Kissling)
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Dieter,
15.05.2009 13:58