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Innenministerium legt Migrationsleitfaden 3.0 vor

Der IT-Beraterstab des Bundesministerium für Inneres hat seinen Software-Migrationsleitfaden auf die Version 3.0 aktualisiert und erweitert. Drei Teile auf gut 500 Seiten sollen IT-Entscheider bei rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Fragen unterstützen.

Der Leitfaden datiert von Ende April 2008 und will IT-Entscheidern in Behörden und Unternehmen technische Informationen, Begriffsklärungen und methodische Entscheidungshilfe an die Hand geben. Herausgegeben hat das Dokument die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung im Bundesministerium des Innern (KBSt).

Im Gegensatz zur Vorgängerversion von 2005 sei - neben der inhaltlichen Aktualisierung - der neue Leitfaden nützlicher aufbereitet, weil die Inhalte stärker modularisiert wurden. Hinzugekommen ist bei den behandelten Softwaresegmenten die Kollaborationssoftware. Nicht betrachtet werden Infrastrukturen als Ganzes, weil hierfür die Voraussetzungen und Szenarien zu fallspezifisch seien, heißt es in der Einleitung.

Die Verfasser haben Software-Migration in drei thematische Module aufgespalten, die jeweils rund ein Drittel des Lauftextes füllen. Als erstes fassten sie strategische Überlegungen, Rechtsfragen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zum ersten Modul "Querschnittsthemen" zusammen. Die zwei folgenden Module handeln konkrete Softwarelösungen ab.

Im zweiten Modul geht es um Infrastruktursoftware. An Datenbanken sind recht viele erfasst, neben MySQL und PostgreSQL zum Beispiel auch Firebird und Oracle DB. An Webservern kommen von Amtsseite die zwei Webserver Apache und Microsoft IIS in Betracht. Weitere besprochene Infrastrukturen sind Verzeichnisdienste wie OpenLDAP mit Kerberos und die Netzwerkdienste NetBIOS, WinS, DNS und DHCP. Danach kommt Dateiablage im homo- und heterogenen Netzwerk, als Viertes Druckdienste und als Letztes Monitoring- und Management-Dienste. Letztere sind geordnet einerseits nach Open-Source-Lösungen wie Nagios, andererseits nach den Herstellern Microsoft, HP und IBM.

Das dritte Modul beschäftigt sich mit Anwendungen. Es stellt folgende Migrationsbereiche dar: Arbeitsgruppensoftware anhand zum Beispiel Open Xchange, Dokumentenmanagement anhand zum Beispiel O3Spaces, Office-Suiten anhand Open Office und Microsoft Office, Backend-Integration anhand zum Beispiel der J2EE-Plattform sowie als Letztes Client-Konzepte anhand zum Beispiel des Linux Terminal Server Project.

Im Anhang befindet sich auf zehn Seiten eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung speziell für Software-Migration. Sie baut auf eine umfassende Ausarbeitung von Kapitalwertmethode und Nutzwertanalyse auf, das ebenfalls als PDF verfügbar ist. Die Regierungsstelle hat sie allgemein für den wirtschaftlichen Einsatz geringer vorhandener Mittel ausgearbeitet.

Der Leitfaden steht auf den Webseiten des KBSt zum Download bereit (PDF, gut 6 MByte). Der Text stützt sich inhaltlich auf weitere Ausarbeitungen des IT-Beratungsstabs, die an anderer Stelle der Webseite transparent gemacht und zum Download verfügbar gemacht werden. Ein Beispiel ist das so genannte V-Modell XT, das "Vorgehensmodell zum Planen und Durchführen von Projekten". Interessenten, die lieber auf Papier lesen, können den Migrationsleitfaden beim Bundesministerium des Innern bestellen.

(Anika Kehrer)
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