Open Source im professionellen Einsatz

Ignition soll Provisioning für Core OS verbessern

13.04.2016

Core OS führt Ignition offiziell ein, das die Konfigurationsprobleme mit Cloud-Init beheben soll. Ignition verwendet Json anstelle eines YAML-Dialekts und kümmert sich um die frühe Konfiguration von Maschinen in Bare-Metal- und PXE-Umgebungen.

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Die Entwickler arbeiten laut einem aktuellen Blogpost seit etwa einem guten Jahr an Ignition und betrachten es nun als stabil genug für den täglichen und produktiven Einsatz. Es soll die Probleme mit Cloud-Init lösen und bringt aber noch weitere Fähigkeiten mit.

Cloud-Init nutzt mit cloudconfig YAML eine YAML-ähnliche Sprache zur Konfiguration. Mit diesem Dialekt können jedoch die Parsing-Bibliotheken einiger Programmiersprachen wenig anfangen, YAML beherrschen sie hingegen schon. In der Folge löschen sie beim Parsen wichtige Komponenten der Konfiguration oder verändern diese in unerwünschter Weise.

Diesem Problem soll Ignition begegnen, aber auch einigen Zusatznutzen bringen. Die Software verwaltet im Wesentlichen Festplatten in der frühen Bootphase, partitioniert und formatiert diese, legt Dateien und User an. Die Konfiguration für eine Maschine holt es über eine URL aus dem Internet, wobei es als Konfigurationsformat reines Json verwendet. Dadurch vermeidet es die Probleme von cloudconfig YAML und kann existierende Konfigurationen bearbeiten und neue anlegen.

Ignition startet dabei früh im Bootprozess, sogar vor Systemd und bevor das System permanenten Speicher einbindet. Dadurch kann Ignition grundlegende Systemdienste einrichten, das Root-Dateisystem neu formatieren, ein RAID aufbauen oder Bonding im Netzwerk einführen. Zugleich stellt es sicher, dass Systemd sämtliche Dienste kennt und verwalten kann, wenn es anschließend startet.

Der Blogeintrag zeigt im weiteren Verlauf einige Beispiele und weitere Details für den Einsatz von Ignition, die Admins interessieren dürften. Aktuell ist die Version 0.4.0, Ignition unterstützt Bare-Metal-Installationen und PXE-Boots. Das Konfigurationsformat von Ignition ist ebenfalls versioniert, um künftig Änderungen zu erlauben. Aktuell nutzt Ignition Version 2.0.0 des Formats.

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