Icinga: Erster Release Candidate von Nagios-Fork
Den ersten Release Candidate des Nagios-Forks Icinga stellte das Entwicklerteam am Mittwoch im Rahmen der Open Source Monitoring Conference in Nürnberg vor. Die erste stabile Version der neuen Monitoringsoftware soll dann Mitte Dezember folgen.
Bereits in dieser frühen Phase konnte der Nagios-Ableger jedoch das Fachpublikum durch eine Reihe beachtlicher Neuerungen überzeugen. Der Name Nagios, um den es Streit gab, ist nun aus der Software verschwunden. Eine neue API soll sich als zentrale Anlaufstelle für alle Add-Ons und das Webinterface etablieren. Sie erspart es den Plug-In-Entwicklern etwa, die Internas des Datenbank-Schemas auswendig zu kennen. Weiter lassen sich nun dank der Reorganisation des Datenbankzugriffs mit Hilfe des Abstraktionslayers ibdbi außer MySQL nun auch PostgreSQL und ab Jahresende Oracle produktiv als Datenbank des Monitoringssystems verwenden. Mehr Datenbanken könnten folgen.
Den meisten Beifall während des bestbesuchten Vortrags der Konferenz erntete allerdings eine Demo des neuen Webinterface. Im Zentrum der zeitgemäß mit Ajax-Techniken operierenden GUI stehen frei platzierbare Elemente. Sie enthalten etwa Statusübersichten von Hosts oder Services. Auch lassen sich die "Cronks" getauften Widgets in einer Art Dashboard frei zu Ansichten gruppieren. Intern basieren die Elemente entweder auf einem Grid, dessen Spalten sortier-, filter- und gruppierbar sind oder auf einer dynamischen Baumdarstellung mit Knoten, die on the fly expandieren. Beide GUI-Elemente ermöglichen es, in einer überschaubaren Ansicht ohne intensives Scrollen große Mengen von Hosts oder Services zu überblicken.
Noch fehlen zwar wesentliche Bestandteile - beispielsweise Reports - und andere sind noch nicht endgültig fertiggestellt, aber der Ausblick erschien vielversprechend. Das alte Interface ist übrigens weiter verwendbar, so dass die Neuentwicklung gefahrlos parallel im Test einsetzbar ist.
Auch das Vorbild Nagios erlebte dieser Tage übrigens ein neues Release. Mit der nicht leicht nachvollziehbaren Versionsnummer "XI" (Vorversion 3.2.x)tritt ein Nagios auf, das ebenfalls auf GUI-Kosmetik vorweist, allerdings ohne ähnlich grundlegende Neuerungen. Ein Dasboard, Views und neue Performance-Graphen gibt es jetzt aber auch dort. Außerdem dazugekommen sind ein Configuration Wizzard und eine aufgemöbelte Benutzerverwaltung. Die Libdbi-Schicht soll sogar aus Icinga nach Nagios portiert werden, wie aus Entwicklerkreisen zu hören ist.





