IDC zu Firmenübernahmen: Das Kaufen geht weiter
13.02.2008
Eine IDC-Studie analysiert die 229 Firmenübernahmen in 2007, für die rund 54 Milliarden US-Dollar ausgegeben wurden. Der Kauftrend soll laut den US-Marktforschern weitergehen und auch mittlere Unternehmen erfassen.
IDC hat die in 2007 getätigten oder angekündigten Übernahmen und Fusionen von Softwarefirmen analysiert. In der Studie sind Informationen enthalten über die Strategien der Käufer, über die gekauften Firmen und ihre Programmtypen, über die Eigenschaften der größten Akquisitionen und der übernahmefreudigsten Unternehmen, über die regionale und volkswirtschaftlich-vertikale Reichweite der Deals sowie über die Kaufbeträge, wenn öffentlich.
Insgesamt werde der Trend zum Aufkaufen erfolgreicher Unternehmen weitergehen, meint IDC. Denn die Unternehmen seien gezwungen, in strategischen Segmenten wie Konstruktion und Entwicklung, Zahlungsverkehr oder auch Umweltschutz Anteile zu gewinnen. Die IDC-Marktforscher aus dem asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Raum haben ihre Perspektiven zusammengeworfen. Anhand der Studie differenzieren sie folgende Haupt-Entwicklungen:
- In der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) orientieren sich die westlichen Einkäufer nach Osten. Dort suchen sie qualitativ hochwertige Deals, um Aktivposten zu gewinnen. Denn ihre Motivation sei, die Identität als eine in ganz Europa verwurzelte Software-Firma auszubilden.
- Mittelgroße Softwarefirmen werden sich in Richtung benachbarter oder neuer Segmente erweitern. Denn sie wollen ihren Kundenstamm diversifizieren, um das Risiko einer befürchteten, nachhaltigen Rezession zu mindern.
- Dem entspricht, dass mittelgroße Softwarefirmen mehr Infrastruktur abdecken werden. Außerdem kaufen sie sich gegenseitig auf.
- In Lateinamerika und Asien hat sich die Zahl der Akquisitionen auf 14 erhöht, während es in 2004 nur einige wenige waren. Antriebskraft seien regionale Wirtschaftsstärken wie die Bodenschätze in Brasilien oder, wie in China, die Investitionen in die Infrastruktur. Das ziehe Sofwtarehersteller und Investoren von außerhalb an, die in die Region expandieren wollen.
Der Chef für Business-Software bei IDC, Albert Pang, setzt in der Produktbeschreibung die Ergebnisse der Studie in Beziehung zu den von IDC im März 2007 aufgestellten Prognosen. Da meinte IDC, bis 2009 würden 116 Milliarden US-Dollar in Unternehmensübernahmen umgesetzt. Nun sind in 2007, also in einem Drittel der veranschlagten Zeit, bereits über die Hälfte umgesetzt worden: 2007 gab es 229 Firmenübernahmen, die mindestens 59,4 Milliarden US-Dollar umsetzten. Er sagt weiter, dass 2009 natürlich abzuwarten bleibt. Aber: "Qualitativ hochwertige Deals sind weiterhin wahrscheinlich. Denn viele Softwarefirmen haben eine starke Grundlage, auch wenn dunkle Wolken über der Weltwirtschaft hängen." Die Studie über die Übernahmen in 2007 ist 25 Seiten lang, enthält vier Tabellen und kostet 3500 US-Dollar. Das Inhaltsverzeichnis gibt es online bei der IDC.
Die Marktforscher von IDC (International Data Corporation) haben ihren Hauptsitz in Massachusetts-Framingham und unterhalten weltweit rund vier Dutzend Büros, in Deutschland jeweils eines in Frankfurt und München.
(Anika Kehrer)
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