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IDC: Linux im Biz immer gefragter

Der Marktanteil von Linux steigt nicht nur, sondern wandelt sich auch qualitativ. Das sagt das Marktforschungsinstitut IDC in einem von der Linux Foundation beauftragten Whitepaper, das die Entwicklung bis 2011 prognostiziert.

Quantitativ ist Linux nach wie vor am Wachsen. Die Produktpalette rund um Linux-Server wird sich laut der Darstellung bis 2012 um acht Prozent pro Jahr erweitern (Compound Annual Growth Rate, CAGR). In diesem wachsenden "Ökosystem", wie das Institut es nennt, sind Software, Hardware und Services rund um Linux enthalten. Der Umsatz mit diesen Linux-Produkten betrug im Jahr 2007 21 Milliarden US-Dollar und soll bis 2011 laut IDC auf 49 Milliarden US-Dollar steigen. Das entspricht einer CAGR von 24,1 Prozent.

Qualitativ vollzieht sich eine Verschiebung der Linux-Einsätze hin zu geschäftlichen Einsätzen. Die Ausbreitung, die Linux anfangs vor allem als kostengünstige Softwarelösung für Web und IT-Infrastruktur erfuhr und in diesem Bereich zur Mainstream-Lösung verhalf, erhält jetzt einen steigenden Anteil an geschäftlichen Einsätzen. Die Wahrnehmung von Linux im Unternehmensbereich verschiebt sich damit laut IDC weg von der billigen Infrastruktur-Lösung hin zur Anwendungssoftware auf Enterprise-Level (siehe hierzu auch den Bericht über Linux und SAP auf Linux-Magazin Online).

Das Whitepaper erläutert die Entwicklung von Linux in Geschäftsumgebungen gestützt auf IDC-Daten seit 1999. Die Funktion als Infrastruktur für Web und Intranet übernimmt Linux in Unternehmen auch heute noch und dabei wird es auch bleiben: Über 50 Prozent der Linux-Einsätze decken Web und IT-Infrastruktur ab, wobei dieser Anteil um einige Prozent gesunken ist. Diese Aussage treffen die Marktforscher im Rahmen ihrer Workload-Studies anhand der Linux-Server-Verkäufe von 2001 bis 2007 und rechnen die Zahlen vorsichtig bis 2011 hoch.

Dem stellt IDC den eher geschäftlichen und kommerziellen Einsatz von Linux gegenüber. Damit ist Kontroll- und Prozess-Software gemeint, wie Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) oder Datenbankanwendungen. Im Zeitraum 2001 bis 2011 nimmt der Anteil dieser Linux-Einsätze prozentual um fast das Doppelte zu: Er wächst von neun auf knapp 18 Prozent. Die Zunahme führt IDC vor allem auf Unix-Linux-Migrationen zurück, bei denen "organisch gewachsene Linux-Verwendungen" die Unix-Funktionen ganz übernehmen.

Gesondert weisen die Marktforscher darauf hin, dass ein geringer Anteil von Linux etwa an Business-Software trotzdem nicht auf schlechte Chancen schließen lasse. Da das "Linux-Ökosystem" sich prächtig entwickelt, erscheint der Anteil der Business-Software im Vergleich dazu klein - er wächst aber ebenfalls. Insgesamt werde nach IDC-Meinung mit Linux-Software - im Gegensatz zu Hardware und Service - am meisten Umsatz gemacht, was der Verschiebung hin zur Business-Software zu verdanken sei. Nicht so umsatzkräftig wird das Training-Segment bewertet, dafür öffne es oft die Tür zu gewichtigeren Services wie Consulting oder Systemintegration.

Bei den letzten Zahlen zum weltweiten Umsatz mit Servern hielten die Linux-Server knapp 13 Prozent und Unix-Server 33 Prozent (siehe die Meldung auf Linux-Magazin Online). Zu dem Migrationsverhältnis Unix-Linux sagt das Whitepaper, dass Linux oft in die Jahre gekommene Unix-Systeme ablöse. Microsoft gilt den Auguren als scharfer Konkurrent von Linux, wenn es um diese auslaufenden Unix-Systeme geht. Denn Windows werde Linux diesen frei werdenden Anteil verstärkt streitig machen. Über das Verschiebungsverhältnis Windows-Linux gibt das Whitepaper keine Auskunft. Softwareseitig hält Windows insgesamt 53 Prozent des weltweiten Softwaremarkts. Trotz seiner neuen Interoperabilitäts-Avancen setze Microsoft noch zu sehr auf Konkurrenzdenken, um selbst von Interoperabilität zu profitieren, meinen die Analysten.

Das Whitepaper enthält noch Hinweise zu Chancen und Risiken hinsichtlich des Verhältnisses von Linux zu Unix und Windows sowie weitere Entwicklungs- und Umsatztrends. Es steht bei der Linux Foundation im Rahmen der Meldung zur Collaboration Summit, bei der das Paper von IDC vorgestellt wurde, als PDF (150 KByte) zur Verfügung.

Die Marktforscher von IDC (International Data Corporation) haben ihren Hauptsitz in Massachusetts-Framingham und unterhalten weltweit rund vier Dutzend Büros, in Deutschland jeweils eines in Frankfurt und München.

(Anika Kehrer)
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