Open Source im professionellen Einsatz

Hintertüren in Verschlüsselung sind eine schlechte Idee, zeigt Bruce Schneier

12.02.2016

Sollte die USA Hintertüren in ihre Verschlüsselung einbauen, gibt es noch genügend Anbieter in Übersee, zeigt eine Materialsammlung des Security-Experten Bruce Schneier. Deutschland ist vorn dabei.

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Schneier hat in seinem Blog zusammen mit den Forschern Kathleen Seidel und Saranya Vijayakumareinen einen Überblick weltweiter Anbieter von Verschlüsselungssoftware veröffentlicht [PDF]. Demnach haben die Forscher in 55 Ländern 856 Hard- und Software-Produkte aufgespürt, die verschlüsseln. Zwei Drittel davon werden außerhalb der USA hergestellt.

Führend in Sachen Verschlüsselungssoftware ist Deutschland mit 112 Produkten. Dann folgen Großbritannien, Kanada, Frankreich und Schweden. Auch in kleineren Ländern wie Zypern und Belize gebe es eigene Verschlüsselungsprodukte. 56 Prozent der 546 Nicht-US-Angebote seien kommerziell, fast die Hälfte koste nichts (44 Prozent).

Von diesen Produkten wiederum dienen 47 der Dateiverschlüsselung, 68 chiffrieren E-Mails, 104 Nachrichten und 35 Voice Messages. 61 Produkte bieten VPNs an. Insgesamt, stellt Schneier fest, entspräche die angebotene Verschlüsselung kryptografischen Standards und sei in verschiedenen Jurisdiktionen zu Hause.

Mit seiner Untersuchung möchte Schneier zeigen, dass der Einbau von Hintertüren in Verschlüsselung, wie sie die USA, aber auch Großbritannien, zurzeit andenken, weder eine sinnvolle noch eine zielführende Idee ist. Die potenziell Überwachten könnten sich problemlos auf anderen Märkten bedienen und andere Produkte einsetzen.

Schneier ist sich zudem sicher, dass die Forscher noch weitere Produkte finden würden. Auch sei die Liste womöglich nicht vollständig und fehlerhaft. Eine korrigierte Version 1.1 soll demnächst erscheinen.

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