Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  NEWS  »  Guadec 2010: Gnome-Keyring als gemeinsamer Keystore  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Guadec 2010: Gnome-Keyring als gemeinsamer Keystore

Der Gnome-Entwickler Stef Walter hat sich in seinem Guadec-Vortrag damit beschäftigt, Kryptografie-Komponenten benutzerfreundlicher zu machen. Als gemeinsamen Keystore für Anwendungen in Gnome 3.0 schlägt er Gnome-Keyring vor.

Die Welt der freien Software verfüge über hervorragende Kryptografie-Implementierungen, erläuterte Walter. Doch leider verwenden sie alle einen eigenen Keystore. Die unterschiedlichen Oberflächen und Formate für Schlüssel und Zertifikate seien für die Anwender unangenehm und verwirrend.


Keyring-Entwickler Stef Walter: Krypto-Software sollte so sicher sein wie ein Tresor, aber so leicht zu bedienen wie eine Wohnzimmertür.

Als praktisches Beispiel für den traurigen Ist-Zustand nahm er einen Anwender, der ein WLAN mit Client-Zertifikat benutzen möchte: Der User lädt das Zertifikat mit dem Firefox-Browser aus dem Web herunter, exportiert es mit Passphrase, konvertiert es mit Hilfe von OpenSSL und importiert es in den Network-Manager.

Abhilfe soll Gnome-Keyring als zentraler Keystore schaffen. Dazu kommt der Standard PKCS #11 zum Einsatz, den viele kryptografische Anwendungen unterstützen, beispielsweise Mozillas Network Security Services (NSS), OpenVPN, Truecrypt und Java, seit jüngstem auch OpenSSH. Bei GnuTLS und OpenSSL ist PKCS #11 laut Walter in Arbeit.

Der Keyring kann für all dieses Anwendungen als Keystore mit PKCS-#11-Schnittstelle fungieren. Für Gnome-Programme soll die Komponente auch vorgefertigte Widgets liefern, etwa einen Dialog zur Zertifikatsauswahl, der dem GtkFileChooser ähnelt. Die Schlüsseldateien speichert Gnome-Keyring verschlüsselt auf der Festplatt. Beim Loging des Anwenders werden sie dekodiert, beim Ausloggen, Suspend oder Sperren des Bildschirms werden sie wieder verschlüsselt.

Zurzeit sei noch einiges bei Gnome-Keyring zu tun, fuhr Stef Walter fort, beispielsweise soll der SSH-Store auch beschreibbar werden, Module für Schlüssel auf USB-Massenspeicher sowie für Smartcards seien geplant. Mittelfristig soll der Keyring aber Benutzer sowie Entwickler entlasten. "Erst wenn der Anwender fast nichts mehr von den Security-Technologien merkt, haben wir gute Arbeit geleistet", fasste der Referent zusammen.

In einer zunehmend vernetzten Welt werde seiner Meinung nach kryptografisch abgesicherte Kommunikation immer wichtiger. Dem müssen auch Desktop-Anwendungen Rechnung tragen. Neben Mitstreitern für das eigene Keyring-Projekt warb Walter daher um die Entwickler der Gnome-3.0-Anwendungen. Nur wenn diese mitspielen, könne ein gemeinsamer Keystore gelingen.

Während einer kurzen Fragerunde unter dem Publikum zeigte sich, dass auch andernorts an Ähnlichem gearbeitet wird: Die jüngsten Entwicklerversionen von Firefox und Evolution können einen gemeinsamen NSS-Keystore benutzen.

Für alle Daheimgebliebenen gibt es Videostreams aus den drei Hörsälen der Konferenz. Dabei kommt allerdings der relativ neue Open-Source-Codec Web-M zum Einsatz, was einen passenden Browser oder Videoplayer erforderlich macht.

(Mathias Huber)
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Desktop-Summit: Keynotes zur KDE-/Gnome-Konferenz stehen fest
2011 erneut gemeinsame Akademy und Guadec
CfP: Guadec und Akademy auf Gran Canaria
Desktop Summit: KDE und Gnome eröffnen gemeinsame Tagung
KDE und Gnome planen gemeinsame Entwicklerkonferenzen
Web-M-Videos von der Guadec 2010
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)