Open Source im professionellen Einsatz

Gnome 3.26 veröffentlicht

14.09.2017

Die Entwickler der Desktop-Umgebung Gnome haben eine neue Version veröffentlicht, die auch unter Ubuntu 17.10 zum Einsatz kommen soll. Neben vielen nützlichen kleinen Änderungen erstrahlen insbesondere die Systemeinstellungen in neuem Glanz.

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Die vermutlich auffälligste Neuerung in Gnome 3.26 sind die optisch runderneuerten Systemeinstellungen. Die zeigten bislang zahlreiche kleine Symbole an, über die dann Anwender die entsprechenden Einstellungen erreichten. In der neuen Gnome-Version rutschen diese Symbole in eine Liste an den linken Fensterrand. Die dortige Leiste bleibt zudem immer eingeblendet, so dass Anwender schnell zwischen den einzelnen Rubriken wechseln können. Das Fenster nimmt damit mehr Platz auf dem Bildschirm ein, lässt sich dafür aber auch erstmals in der Größe verändern.

Einstellungen

Überarbeitet kommen auch die Bildschirmeinstellungen daher. Unter anderem können jetzt Anwender schneller überblicken, welche Bildschirme mit welchen Einstellungen arbeiten. Bei mehreren angeschlossenen Bildschirmen kann man jetzt über entsprechende Schaltflächen schneller festlegen, wie man den jeweiligen Bildschirm nutzen möchte.

Ebenfalls verbessert haben die Entwickler die Netzwerkeinstellungen, in denen die WLAN-Einstellungen einen eigenen Bereich erhalten haben.

Weitere Neuerungen

Auch auf dem Desktop selbst gab es ein paar optische Verbesserungen. Wenn der Anwender ein Fenster maximiert, verkleinert oder an einem Rand einrasten lässt, zeigt Gnome jetzt eine weichere Animation an. Damit soll eindeutiger sein, was gerade mit welchem Fenster passiert. In der Aktivitäten-Ansicht haben die Entwickler die Größe der Vorschaubilder für die Fenster vergrößert, wodurch sich einfacher das richtige Exemplar auswählen lässt.

Wenn eine Anwendung nicht mehr reagiert, erscheint ein neu gestaltetes Dialog-Fenster. Die Leiste am oberen Bildschirmrand erscheint standardmäßig transparent. Erst wenn sie ein Fenster berührt, färbt sie sich schwarz. Gnome 3.26 zeigt zudem links unten in der Ecke keine Status-Icons mehr an. Wer diese Funktion vermisst, kann sie mit der Erweiterung „TopIcons“ nachrüsten. Die Suchfunktion präsentiert die Ergebnisse jetzt kompakter, wodurch mehr Fundstellen auf den Bildschirm passen. Zudem können Anwender nach Systemfunktionen, wie etwa dem Ausschalten des Rechners, suchen.

Des Weiteren dürfen sich Anwender auf bunte Emojis freuen. Diese lassen sich jetzt zudem auf verschiedenen Wegen in Texte einfügen. Dazu gehört auch die „Characters“-Anwendung, mit der sich alle Emojis durchsuchen lassen. Auch der IRC-Client Polaris greift auf die Gnome-Emojis zurück. Polaris hat zudem einen neuen Startbildschirm erhalten.

Anwendungen

Weitere Neuerungen betreffen die in Gnome mitgelieferten Anwendungen. Der Gnome-eigene Web-Browser „Web“ kann Lesezeichen, Passwörter und die Browser-History synchronisieren. Zum Einsatz kommt dabei der Firefox-Sync-Dienst. „Software“ gruppiert jetzt Updates nach Typ, „Logs“ ähnliche Meldungen. „Photos“ bietet neue Controls für das Zoomen, in „Calender“ lassen sich wiederkehrende Ereignisse definieren. Das „Terminal“ hebt Hyperlinks hervor und macht es zudem einfacher, diese zu öffnen. „Evolution“ bringt eine neue To-Do-Leiste mit, die eine Liste mit anstehenden Ereignissen und Aufgaben anzeigt. Evolution lässt sich zudem jetzt ohne E-Mail-Konto nutzen. „Boxes“ kann Ordner in virtuelle Maschinen durchreichen. Abschließend heißt das „Tweak Tool“ jetzt kurz „Tweaks“ und hat drei neue Funktionen gelernt. Darunter befindet sich auch die Möglichkeit, die Fenster-Buttons nach links und rechts zu schieben.

Sämtliche Neuerungen listen die Release Notes auf. Gnome 3.26 soll in Ubuntu 17.10 und Fedora 27 zum Einsatz kommen. Auch Nutzer von openSUSE Thumbleweed sollen in Kürze ein Update auf Gnome 3.26 erhalten.

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