Open Source im professionellen Einsatz

Gnome 3.22: Flatpak-Support und Batch Renaming

22.09.2016

Die neue Iteration von des Gnome-Desktops heißt "Karlsruhe", nach dem Austragungsort der diesjährigen Guadec. Die Desktop-Macher führen die Flatpaks als neues Paketformat ein, Gnome Files kann ein paar neue Tricks.

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Nach sechs Monaten Arbeit und rund 23 000 Änderungen ist Gnome 3.22 erschienen. Seine Macher bezeichnen Flatpak als "Next Generation Application Distribution Framework", tatsächlich ist das Paketierungssystem bereits länger in Arbeit und soll einige Vorteile bieten. Sie soll es beispielsweise Anwendungen sicherer machen, indem es sie über Sandboxes nicht nur voneinander, sondern auch vom Hostsystem isoliert.

Flatpaks erinnern im Aufbau an Container und Snaps (Quelle: http://help.gnome.org)

Zudem läuft die in Flatpaks verpackte Software auf unterschiedlichen Linux-Distributionen und erlaubt es, Anwendungen ohne Reboot zu erneuern. Auch interessant: Dank des Flatpak-Aufbaus, der an die Architektur von Container-Systemen oder an Canonicals Snaps erinnert, lassen sich Anwendungen mit eigenen Bibliotheken bündeln. Dadurch laufen sie prinzipiell auch auf Distributionen, die jene Bibliotheken (noch) nicht mitbringen. Zugleich sorgen feste Runtimes dafür, dass Gnomes Abhängigkeiten sich auf beim Einsatz auf verschiedenen Linux-Distributionen nicht ändern. Die App laufen also auch nach Bibliotheks-Aktualisierungen der Distributionen einfach weiter.

Batch-Renaming ist in Gnome Files integriert (Quelle: http://help.gnome.org)

Konkret ist Gnome Software, die bordeigene Paketverwaltung, nun in der Lage, Flatpaks zu installieren und zu aktualisieren. Zugleich erzeugt der Gnome Builder solche Pakete und bietet der Desktop Möglichkeiten an, auf Betriebssystem-Ebene Sandboxes für die Anwendungen zu aktivieren. Einige der Features beim Sandboxing seien aber noch "Work in progress".

Batch Renaming in Gnome Files gehört zu den weiteren auffälligen Neuerungen und dürfte vor allem einfachen Usern gefallen. Sie können nun mit Hilfe einer simplen grafischen Oberfläche aus Gnome Files heraus viele Dateien auf einmal umbenennen. Dazu braucht es gewöhnlich kleine Skripte oder eigene Programme, Gnome Files bringt dafür eine schlichte Eingabesyntax mit. Unterhalb der Eingabezeile sieht der User direkt, welche Auswirkungen seine aktuelle Eingabe auf die Namen der Dateien hätte. Zugleich lassen sich Dateien neuerdings per Mausklick packen und entpacken und haben die Entwickler Dateiansichten und -sortierungen überarbeitet.

Smartphone-Nutzer kennen die Funktion, Fotos zu teilen. Nun klappt das auch aus Gnome heraus. Sie lassen sich auf Google hochladen (was einen Google-Account voraussetzt) oder per E-Mail teilen. Auch Software, Gnomes App Store, haben die Projektdesigner überarbeitet. Der Startschirm zeigt mehr Anwendungssymbole, einen Kategorien-Bereich sowie Ratings an. Wer Gnome testen möchte, findet in der offiziellen Ankündigung einen Link zur aktuellen Version, aber auch zu VM-Images mit der neuesten Version.

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