Open Source im professionellen Einsatz

Getrennte Entwicklung von Thunderbird und Firefox

03.12.2015

Mozilla-Chefin Mitchell Baker schlägt in einem längeren Newsgroup-Post vor, die Entwicklung des E-Mail-Programms Thunderbird komplett vom Browser Firefox zu trennen. Thunderbird soll sogar langfristig aus dem Mozilla-Projekt fliegen und in einer anderen Organisation unterkommen.

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Laut Mitchell Baker müssten Thunderbird- und Firefox-Entwickler derzeit gegenseitig auf sich achten. Keines der Projekte kann sich daher komplett auf sein eigenes Produkt konzentrieren. Die konkurrierenden Anforderungen der beiden Programme würden somit die Weiterentwicklung ausbremsen.

Die Mehrheit der Mozilla-Führung sei zudem der Meinung, dass sich Mozilla vor allem auf Aktivitäten wie Firefox konzentrieren müsse, die sich auf die gesamte Industrie auswirkten. Ein solches Potenzial sehe die Mozilla-Führung schon seit Jahren nicht in Thunderbird.

Daher soll das E-Mail-Programm nicht mehr das Entwicklungssystem bei Mozilla nutzen – und in einigen Fällen auch auf Mozilla-Technologien verzichten. Mitchell Baker kann derzeit aber noch nicht sagen, wie eine Ausgliederung erfolgen soll beziehungsweise wie sich die Entwicklung von Thunderbird und Firefox entkoppeln lässt. Das Mozilla-Team soll den Community-Entwicklern von Thunderbird aber dabei helfen.

Mitchell Baker möchte Thunderbird sogar komplett in die Hände einer neuen beziehungsweise anderen Organisation übergeben. Diesbezüglich seien aber noch zahlreiche Fragen zu klären.

Die von Mitchell Baker genannten Vorhaben zeigen das langfristige Ziel von Mozilla auf, derzeit gebe es noch keine sichtbaren Änderungen im Tagesgeschäft. Sie verspricht, dass Thunderbird-Nutzer keine Änderungen an ihrem Programm bemerken werden. Mit ihrem Newsgroup-Post möchte Mitchell Baker zudem eine konstruktive Diskussion anregen.

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