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Gentoo-Gründer will Gentoo-Stiftung sanieren

Daniel Robbins, Gründer der Gentoo-Distribution, bietet den Treuhändern der Gentoo-Stiftung an, als Vorsitzender zurückzukehren. Grund: Die Stiftung sei nicht mehr handlungsfähig.

In seinem Blog hatte sich Daniel Robbins zunächst über die desolate Situation der Gentoo-Stiftung geäußert. Später am gleichen Tag veröffentlichte er das Angebot, als Vorsitzender der Stiftung zurückzukehren. Sein Arbeitgeber habe ihm eine solche Teilzeitbeschäftigung gestattet, schreibt er. Er wolle als Stiftungsoberhaupt dafür sorgen, dass Gentoo die richtige Richtung einschlägt "in rechtlicher, gemeinschaftlicher und technischer Hinsicht", schreibt er weiter. Robbins unterbreitet fünf Vorschläge für Änderungen an der Arbeitsweise und den Zielen der Stiftung. Hauptsächlich geht es ihm darum, dass die Stiftung Moderations- und Schutzaufgaben für die Community wahrnimmt. Von den verbliebenen Stiftungstreuhändern fordert er eine Antwort bis zum 18. Januar.

Die Situation der Gentoo-Stiftung scheint in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Zumindest gab es auf Robbins' ersten Blogeintrag erstaunte Kommentare darüber, dass wenige Informationen über die Stiftungskrise in den Gentoo-Foren und -Mailinglisten zirkulieren. Auf der nicht-öffentlichen Mailingliste "Gentoo-Core" seien längere Diskussionen geführt worden, antwortete Robbins in seinen Blog-Kommentaren. In der öffentlichen Devel-Mailingliste gibt es vereinzelte Streitereien zum Beispiel um Personalien in der Stiftung.

Inzwischen ist ein 14-seitiger Community-Thread um Robbins' Angebot entstanden. Es wird abgestimmt, ob das Angebot angenommen werden soll. Bis jetzt haben rund 700 User ihre Stimme abgegeben, und neun von zehn stimmen dafür.

2004 hat Robbins seine Mitarbeit bei Gentoo gekündigt und arbeitete 2005 und 2006 für Microsoft. Anfang 2007 war er wieder von Microsoft weg und bei Gentoo dabei. Vor fast genau einem Jahr fand dazu im Forum eine ähnliche Diskussion statt, wie sie vielleicht auch demnächst wieder anstehen wird: "Ist Daniel Robbins für immer zurückgekehrt?", hieß es anlässlich seiner Rückkehr. Kurze Zeit schien dagegen ein Aufruf nach "Etwas mehr Respekt für Daniel" auf der Entwickler-Mailingliste nötig geworden zu sein. Anfang März 2007 war der Entwickler bereits wieder draußen. Seitdem arbeitet er bei dem amerikanischen E-Finance-Dienstleister E-Trade Securities.

Robbins' neuerliche Mitarbeit ist nicht von der Zustimmung der Community abhängig, deren Vertrauen ihm im Großen und Ganzen gewiss zu sein scheint. Stattdessen sind es die verbliebenen Treuhänder der Stiftung, die sich mit Robbins' Bedingungen einverstanden erklären müssen: Gleichzeitig mit seinem Angebot und seinen Veränderungsvorhaben fordert er, nach eigenem Ermessen neue Treuhänder zu ernennen.

(Anika Kehrer)
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