Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  NEWS  »  Gemeinsame KDE/GNOME-Konferenz und elf Mythen über KDE 4  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Gemeinsame KDE/GNOME-Konferenz und elf Mythen über KDE 4

Der KDE e.V. und die GNOME Foundation werden ihre jährlichen Konferenzen Akademy und GUADEC im nächsten Jahr erstmals gemeinsam auf Gran Canaria abhalten.

Die zwei Konferenzen bleiben zwar weiterhin getrennte Veranstaltungen, finden jedoch am selben Ort statt. Damit soll ein Informationsaustausch angeregt werden. Die Konferenzen laufen vom 3. bis 11. Juli 2009 im Alfredo Kraus Auditorium und dem Congress Palace in Las Palmas de Gran Canaria. Weitere Informationen hält das extra eingerichtete Wiki bereit.

Vor der diesjährigen Akademy-Konferenz in Belgien gehen die Entwickler von KDE 4 in Gestalt von Sebastian Kügler vom KDE-Board erst einmal in die Offensive. Nach den anhaltenden und teilweise harschen Kritiken an der neuen KDE-Version veröffentlichten sie jetzt auf Groklaw detaillierte Antworten auf die häufigsten, ihrer Meinung nach falschen Behauptungen. Damit wollen sie insbesondere Missverständnisse wie "KDE 4 sei fertig" oder "Plasma fehlen Funktionen" ausräumen.

So sehen die Entwickler KDE 4.0 generell als Ausgangspunkt für "zukünftige Innovationen auf dem Freien Desktop". Der Fokus der KDE 4.0-Veröffentlichung habe daher hauptsächlich auf dem Unterbau, also den neu eingeführten Technologien und Bibliotheken gelegen. Auf dieser stabilen Basis sollen nun die Anwendungsentwickler aufbauen. Da entsprechende Software derzeit noch fehle, würden die Neuerungen für Anwender noch nicht direkt sichtbar. Die selbst gesteckten und auch schon vor der Veröffentlichung von KDE 4.0 propagierten Ziele habe man jedoch erreicht. In einigen Fällen seien die Erwartungen bei den Anwendern jedoch darüber hinaus gegangen, wofür die Entwickler mit Hinweis auf die lange Entwicklungszeit Verständnis zeigten.

Eine Veröffentlichung von KDE 4.1 als KDE 4.0 sei aus gleich mehreren Gründen nicht möglich gewesen: So hätten sich die Entwickler zunächst an die Grundregel "Veröffentliche früh, veröffentliche oft" ("Release early, release often") der freien Softwareentwicklung gehalten. Damit wollte man weitere KDE-Nutzer zur Mithilfe animieren und insbesondere Anwendungsentwicklern die Möglichkeit geben, ihre Programme an die neue Version 4.0 anzupassen.

Zugleich bräuchten auch die Distributoren mehr Zeit: Da das Schnüren von Paketen in der neuen Version nicht mehr wie im alten KDE ablaufe, habe man den Distributoren die Möglichkeit eröffnen wollen, entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Einige Fehler oder Probleme würden eben nur in der Praxis auftreten, die frühe Veröffentlichung generiere Feedback, das wiederum der Produktqualität zu Gute käme. Schließlich sei KDE ein großes, komplexes Gebilde, das aus hunderten von Anwendungen und Bibliotheken bestehe, an dem ebenso viele Helfer beteiligt seien. Es sei somit unmöglich, alle Baustellen zeitgleich zu schließen.

Forderungen nach einem Fork oder dem Ausbau von Plasma stehen die Entwickler gelassen gegenüber: Wer es versuchen möchte, solle es versuchen. Die Entwickler laden ihre Kritiker sogar ein und wollen sie mit Zugängen zur Code-Verwaltung ausstatten. Im Hinblick auf die Komplexität und Größe des Systems glauben sie allerdings nicht an einen Erfolg.

Das KDE-Projekt will ansonsten weiter an seiner Linie festhalten und weder Kicker noch Kdesktop wiederbeleben. Die Einführung von Plasma sei auch notwendig geworden, da die alte KDE-3-Technologie verschiedene (Skalierbarkeits-)Probleme aufweise. Durch die Neuentwicklung bilde Plasma zwar nicht alle KDE-3-Funktionen ab, diese ließen sich jedoch über Applets einfach nachbauen. Darüber würden die kommenden Releases weitere, vermisste Funktionen nachliefern.

Dem Argument, man könne keine Dateien mehr auf dem Desktop ablegen, begegnen die Entwickler mit den "Folderview"-Plasmoids in KDE 4.1, die ganze Verzeichnisinhalte auf dem Desktop präsentieren. Auch auf die Forderungen nach dem alten "Kick-Off"-Startmenü hätten die Entwickler reagiert: Ab KDE 4.0.4 dürfe man auf Wunsch zur klassischen Ansicht zurück wechseln.

Die KDE-Entwickler betonen, dass sie die derzeitigen Kritiken ernst nähmen. Den Einwand, sie würden nicht auf ihre Anwender hören, wollen sie nicht gelten lassen: Alle Mailinglisten seien offen für Vorschläge, die Entwicklung könne jederzeit über das SVN-System verfolgt werden und Entwickler erreichten die entsprechenden Parteien über Mailinglisten, im IRC oder direkt via E-Mail. Allerdings benötigt das KDE-Projekt möglichst präzise Informationen. Vage Hinweise wie "Ich mag die neue Funktion nicht" seien nur schwer zu fassen. Stattdessen erbitte man detaillierte Beschreibungen zum aktuellen und erwarteten Verhalten, möglichst untermauert mit passenden Anwendungsfällen.

Auch die Namenskonvention habe in der Vergangenheit zu Verwirrung geführt, so Kügler. Er machte noch einmal deutlich, dass die KDE-Entwickler mit KDE 4 die gesamte Produktlinie, beziehungsweise Technologie bezeichnen, eine einzelne KDE-Version hingegen KDE 4.0, KDE 4.1, etc. nennen.

Groklaw, eine Seite die sich sonst hauptsächlich um rechtliche Belange kümmert, habe man absichtlich als Plattform gewählt: Die bisherigen Posts in Blogs hätten nicht die gewünschte Zielgruppe erreicht. Von der Wirksamkeit dieser Entscheidung zeugen bereits jetzt zahlreiche Kommentare auf den KDE- und Groklaw-Seiten.

(Tim Schürmann)
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Desktop-Summit: Keynotes zur KDE-/Gnome-Konferenz stehen fest
KDE und Gnome planen gemeinsame Entwicklerkonferenzen
2011 erneut gemeinsame Akademy und Guadec
Desktop Summit: KDE und Gnome eröffnen gemeinsame Tagung
CfP: Guadec und Akademy auf Gran Canaria
KDE 4.3: Erstes Widget für Social Desktop
Whitepaper
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele (Folge 2)

Der zweite Teil des Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele White Papers beleuchtet anhand weiterer ausgewählter Case Studies die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Usage Landscape Enterprise Open Source Data Integration

Die Nachfrage nach Datenintegrationslösungen für Unternehmen ist zunehmend gestiegen und vor allem das Interesse an Open Source Technologien wird immer größer. Doch wie und von wem werden Open Source Datenintegrationslösungen genutzt und welches Nutzungsverhalten lässt sich daraus ableiten? Das vorliegende White Paper präsentiert die Erfahrungswerte von über 1000 Open Source Nutzern und liefert fundierte Antworten auf diese Fragen.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (0)