Geheime Linux-Patente: Amdocs zahlt an Microsoft
Nach Amazon, Novell, TomTom, Fuji Xerox und Samsung hat Microsoft jetzt auch erreicht, dass der millardenschwere amerikanische Softwarehersteller und Supportdienstleister Amdocs "für die Nutzung von unseren Patenten in seinen Linux-basierten Servern über die letzten Jahre" bezahlt.
Sowohl die eingeforderte Summe wie auch der Inhalt der Patente seien vertraulich, doch sieht der Redmonder Konzern den Deal in seiner Pressemitteilung als "ein deutliches Signal zur Zusammenarbeit rund um geistiges Eigentum" ("Commitment to IP Collaboration"). Die Einigung bezeichnen die Redmonder deshalb auch als einen großen Erfolg für die Rechtssicherheit rund um Intellectual Property, und verweisen auf die mittlerweile 1100 Verträge, die Unternehmen im Rahmen des 2003 eingeführten IP Licencing Program geschlossen hätten.
Amdoc stellt nach Informationen seiner Webseite vor allem Software für Kommunikationsdienstleister wie At&T oder der Telekom her, bedient aber seine Kunden auch mit Enterprise-Systemen von CRM (Customer Relationship Management) bis zu Billing-Software und Netzwerküberwachung. Außerdem bietet das amerikanische Unternehmen auch Support für Betriebssysteme.
Geheimnisumwitterete MS-Patente
Microsoft hat sich mit seiner Patentstrategie im letzten Jahrzehnt ein weiteres Standbein erarbeitet, das vor allem im Mobilfunkbereich Früchte trägt. Dank diverser Verträge mit Smartphoneherstellern verdient der Konzern an jedem verkauften Android-Handy mit, Analysten wie Walter Pritchard zufolge beispielsweise 5 Dollar von jedem HTC-Gerät. Mit der Patentstrategie soll der Konzern mittlerweile mehr einnehmen als mit seinen eigenen Telefonen, alleine die Android-Patente hätte MS zwischen einer halben und einer Millarde Dollar eingebracht.
Einen Teil der betroffenen Patente hatte das Gerichtsverfahren zwischen Barnes and Nobile enthüllt, weil sie der Hersteller des E-Book-Readers Nook veröffentlicht und dabei als "frivol und trivial" bezeichnet hatte. Doch am Ende des Verfahrens beerdigte Microsoft seine eigenen E-Book-Reader-Pläne und investierte sogar in Barnes & Nobles' Produkt .





