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Gartner: Unternehmen nutzen Open Source extensiv und unbedarft

Das Marktforschungsunternehmen Gartner stellt fest, dass die meisten von rund 300 befragten Unternehmen Open-Source-Software einsetzen, aber keinen geregelten Umgang mit den Lizenzen pflegen.

Kontrollierter Einsatz quelloffener Software, was man gemeinhin Governance nennt, stellt die Anwender in Unternehmen am meisten vor Herausforderungen. Das ergab eine Umfrage der Marktforscher aus Connecticut von Mai und Juni 2008. An zweiter Stelle haben Open-Source-Software (OSS) einsetzende Firmen Schwierigkeiten mit widersprüchlichen Nutzungsbedingungen. Außerdem gibt es nach Meinung der Befragten zu viele verschiedene Lizenzen.

Laut Gartners Ergebnissen nutzen rund vier Fünftel der knapp 300 Unternehmen quelloffene Software in ihren Projekten. Nur ein knappes Drittel verfügt jedoch über eine Policy, die benutzte Software zu inventarisieren und lizenzrechtlich zu prüfen. Die Marktbeobachter sind der Auffassung, dass die betreffenden Unternehmen damit ein hohes Haftungsrisiko für den Verstoß gegen intellektuelles Eigentum eingehen. "Nur weil etwas frei ist, heißt das nicht, dass es umsonst ist", bringt die Umfragenleiterin Laurie Wurster auf den Punkt. Ihrer Meinung nach muss ein Unternehmen eine Policy für den Umgang mit OSS besitzen, damit es kontrollieren kann, welche Anwendungen und Projekte einer Firma quelloffene Software verwenden und welche Konsequenzen das hat.

Geringere Kosten (Total Cost of Ownership, TCO) sind nach Gartner der Hauptgrund für die Wahl von OSS, mit der die Unternehmen kommerzielle Tools ersetzen. Dicht dahinter folgt die Erfahrung, dass quelloffene Software den Zugang zu neuen IT-Projekten und Initiativen erleichtert. Auch ist den OSS-Anwendern in Unternehmen wichtig, dass sie sich mit freier Software unabhängig von einzelnen Software-Herstellern machen, so die Untersuchung. Schließlich versetze freie Software in den Stand, schneller, kundenorientierter und unbürokratischer vorzugehen.

Die Gartner-Befragung erstreckte sich über acht Länder in Europa. Asien und Nord-Amerika. Da die Umfrage auf Anwender zielte, schloss Gartner Software-Hersteller aus der Zielgruppe aus. Die Teilnehmer rekrutierten sich aus den Bereichen Produktion, Bildung, Finanzen und Dienstleister. Alle Unternehmensgrößen von klein bis groß war nach Auskunft der Marktforscher abgedeckt.

(Anika Kehrer)
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