Open Source im professionellen Einsatz

Gartner-Top-Ten: Open Source, grüne IT und Software as a Service

05.02.2008

Einer der wichtigsten IT-Trends für 2008 und darüber hinaus ist laut den Marktforschern von Gartner Open Source. Unter den Top-Ten-Entwicklungen für die kommenden Jahre sehen die Analysten außerdem "grüne" IT, Privatanwender als Meinungsmacher, Software as a Service, 3-D-Drucker und das Unternehmen Apple.

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Laut der Prognose werden bis 2012 rund 80 Prozent der kommerziellen Software zumindest Open-Source-Bestandteile enthalten. "Viele Open-Source-Technologien sind reif, stabil und gut unterstützt", stellen die Analysten fest. Dank der freien Software könnten Anwender und Anbieter die Kosten senken und den ROI (Return On Investment) erhöhen. Unternehmen, die diesen Trend verschlafen, prophezeit Gartner einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil. Glaubt man Gartner, sollten Anbieter zumindest im Hintergrund, also "eingebettet", eine Open-Source-Strategie fahren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Weiteres Kostensenkungspotential sehen die Marktforscher in Software as a Service (SaaS) und Service-orientierten Architekturen (SOA). Sie glauben, dass bis 2012 mindestens ein Drittel der Anwendungssoftware in Unternehmen als Service-Abonnement gekauft werden wird statt als Produktlizenz. Im Gegensatz zum Fixpreis-Modell zahlt der Anwender beim Kauf von SaaS nur für die Dienste, die er in Anspruch genommen hat. Durch hohe Bandbreiten wird SOA allgemein verfügbar, und dank "Cloud Computing" werden Applikationen von einer spezifischen Infrastruktur unabhängig. Der Begriff Cloud Computing beschreibt ein System, in dem die IT-Dienste innerhalb eines Unternehmens ähnlich strukturiert und genutzt werden wie das Internet. Ein weiterer Vorteil für Anwender: Sie werden unabhängiger von Anbietern. Durch diese Entwicklung prophezeit Gartner ein völlig verändertes Einkaufsverhalten und neue Kriterien für die Entscheidungsfindung der Einkaufsabteilungen.

Als weiteren großen Trend machen die Analysten "grüne IT" aus. Bis 2009 sollen für mehr als ein Drittel der IT-Organisationen Umweltkriterien eine Rolle spielen. Seinen Ursprung hat diese Entwicklung in steigenden Energiekosten und dem Wunsch nach Kostensenkung, der so genannte "ökologische Fussabdruck" soll insgesamt für die IT-Ausstattung wichtiger werden. Gartner glaubt, dass 2010 bereits 75 Prozent der Unternehmen den Energieverbrauch über die gesamt Lebensdauer der Geräte und deren CO2-Fussabdruck zu einem entscheidenen Kaufskriterium für die Hardware machen. Nach Meinung der Marktforscher haben die Hersteller hier großen Nachholbedarf; einige hätten wenig oder keine Ahnung, welche Werte ihre Produkte diesbezüglich aufweisen.

In den nächsten Jahren sollen Notebooks zugunsten von kleineren und handlicheren Geräten abgelöst werden, die für unter 400 US-Dollar Marktpreis zu haben sein sollen. Bei Hardware sieht Gartner außerdem 3-D-Drucker auf dem Vormarsch. Noch in 2008 sind Geräte für weniger als 10.000 US-Dollar angekündigt, wodurch die Geräte auch für kleinere Unternehmen und ambitionierte Privatanwender erschwinglich werden. Großes Gewicht gibt Gartner auch der Meinung der Privatanwender: Sie sollen künftig rund die Hälfte der IT-Entscheidungen mit beeinflussen. Vielleicht auch deshalb sehen sie Apple als besonders zukunftsträchtiges Unternehmen. Bis 2012 soll Apple seinen Marktanteil verdoppeln, dank anwenderfreundlicher Gestaltung und fortgesetzten Innovationen über verschiedene Plattformen hinweg, wie beispielsweise iPod oder iMac.

Für ihre "Top Ten" unter den IT-Trends für 2008 und darüber hinaus haben die Marktforscher mehr als 100 Vorhersagen aus Trendbeobachtung und Marktentwicklung ausgewertet. Gartner versteht seine Voraussage als Handlungsempfehlung für Führungskräften und IT-Fachleute.

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