Gartner: Handy-Markt 2009 schwach außer Smartphones
01.03.2010
nach Gartner legte die Sparte Smartphones einen steilen Aufstieg hin. Linux verliert. Noch gewinnt Android, aber Hersteller misstrauen Googles Absichten. Symbian darf sich auf seinen Anteilen nicht ausruhen.
Insgesamt fanden etwa 1,2 Milliarden Mobiltelefone im Jahr 2009 neue Besitzer, knapp ein Prozent weniger als im Jahr 2008. Das vierte Quartal 2009 schlug sich jedoch gut, mit über 340 Millionen verkauften Handys oder rund acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem Smartphones und einfache Telefone verkauften sich gegen Ende des Jahres gut, was dem vierten Quartal 2009 einen acht-Prozent-Wachstum gegenüber dem vierten Quartal 2008 bescherte. Für die Mini-Computer alias Smartphones lief es am besten: Sie verzeichneten im Jahr 2009 knapp ein Viertel mehr Verkäufe als 2008, im vierten Quartal sogar satte 40 Prozent mehr. Marktführer bei den Mobiltelefonen insgesamt bleiben Nokia und sein Symbian. Aufholer des Jahres 2009 sind Samsung bei den Herstellern und Android sowie I-Phone-OS bei den Plattformen.
Die Marktführer im Handy-Bereich 2009 heißen Nokia (gut 36 Prozent Marktanteil), Samsung (knapp 20 Prozent), LG (zehn Prozent), Motorola und Sony Ericsson (je knapp sechs Prozent Marktanteil). Gegenüber 2008 haben der Erste und die beiden Letzten ein paar Prozentpunkte Marktanteil eingebüßt, hinzu gewannen Samsung und LG. Für Nokia sagen die Marktbeobachter von Gartner eine "raue erste Hälfte 2010" voraus: Der skandinavische Handy-Pionier habe wegen der Konkurrenz beständig die Preise senken müssen und werde von Symbian und der neuen Meego-Plattform erst in der zweiten Jahreshälfte profitieren. Nokia sei bei den mittel ausgestatteten Telefonen stark, weswegen dem Unternehmen hinsichtlich des quantitativen Marktanteils (market share) wenig Gefahr drohe. Allerdings schwächelt Nokia im High-End-Bereich, meint Gartner, sodass der Handelswert leide (market value).
Symbian, das kürzlich vollständig quelloffen wurde und dessen Versionen 3 und 4 anstehen, hat mit knapp 47 Prozent den größten Anteil an den installierten Betriebssytsmen. Im Vergleich zu 2008 ist das allerdings ein Verlust von rund fünf Prozent. An zweiter Stelle der häufigsten Betriebssysteme folgen das Blackberry-OS (20 Prozent) und das I-Phone-OS (15 Prozent). Beide legten im Jahr 2009 um mehrere Prozentpunkte zu, Blackberry-OS um drei, I-Phone-OS um sechs Prozent. Windows Mobile lag 2009 bei knapp neun Prozent Anteil, verlor damit gegenüber 2008 um zwei Prozent und überließ Apple die Bronzemedaille. Gleiches gilt für Linux: Gartner nennt für 2009 knapp fünf Prozent, während es 2008 fast acht waren. Android wuchs von einem halben Prozent auf fast vier Prozent und ist für Gartner damit neben dem I-Phone-OS der Wachstumsgewinner des Jahres. Web OS, das es erst seit Anfang 2009 gibt, steigt mit etwas weniger als einem Prozent in die Top Seven ein.

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I-Phone-OS hat Windows Mobile von Platz drei verdrängt, Linux verliert und Android gewinnt Marktanteile. Grafik: Gartner 2010.
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Insbesondere in Symbian sieht Gartner eine Chance für Nokia: Es sei in den letzten Jahren hinter der Konkurrenz zurückgeblieben, aber auf vielen Geräten installiert. "Wenn Symbian diese Lage ausnutzt, könnte es in den Wachstumsbereich zurückkehren", stellt eine Gartner-Analystin heraus. Für Android dagegen könnten Gewitterwolken aufziehen, weil einige Mobilfunkservice-Provider und Gerätehersteller wachsendes Misstrauen in Googles Absichten hegten, so Gartner: Wenn sie sich daraufhin für andere Plattformen entscheiden, werde Androids Wachstum im Jahr 2010 leiden.
Das Jahr 2010 sehen die Marktforscher im Zeichen von Betriebssystemen und Anwendungen, weniger interessant wird die Hardware sein. Das Wachstum werde wieder zunehmen, aber die Konkurrenz kratzt an den Margen.
(Anika Kehrer)
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