GPL-Nutzung nimmt ab
Laut Aaron Williamson verwenden auf Github die meisten Projekte sogar gar keine Lizenz mehr. Die Gründe für den anhaltenden Rückgang von restriktiven Lizenzen wie der GPL glauben vier Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg ausgemacht zu haben.
Den Trend entdeckte Matthew Aslett bereits Ende 2012: Er hatte die vom Unternehmen Black Duck sowie eigene über Flossmole gesammelte Daten ausgewertet. Demnach ginge die Nutzung der GPL-Lizenzen zurück, während aber zugleich die Anwendung von freien Lizenzen insgesamt zunähme.
Dazu passt die Entdeckung von Aaron Williamson vom Software Freedom Law Center. Er hatte mit einem Skript die Lizenzen aller Projekte auf der Entwicklerplattform Github eingesammelt und dann die Daten mittels des Werkzeuges Fossology ausgewertet. Die Ergebnisse stellte er jetzt auf dem Linux Foundation Collaboration Summit in San Francisco vor.
Dabei kam er zu dem überraschenden Ergebnis, dass die meisten Projekte überhaupt keine Lizenz verwenden würden. Gerade einmal 14 Prozent der Projekte würden explizit einen Lizenztext bereitstellen. Von ihnen wiederum würden die meisten die MIT-Lizenz verwenden, die GPL rangiere bei der Beliebtheit noch hinter BSD auf Platz 3. Im Vergleich nutzen die MIT-Lizenz mehr als doppelt so viele Projekte. Williamson weist allerdings darauf hin, dass seine erhobenen Daten weder repräsentativ noch vollständig seien, da er gerade einmal die 28 ältesten Projekte auf Github untersuchen konnte.
Den Rückgang von restriktiven Lizenzen wie der GPL versuchen vier Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg in einem Paper zu erklären. Gottfried Hofmann, Dirk Riehle, Carsten Kolassa und Wolfgang Mauerer kommen dabei zu dem Schluss, dass vor allem die Beteiligung von großen Firmen an Open-Source-Projekten zum Rückgang von restriktiven Lizenzen führe. Um die Investitionen in die freie Software wieder hereinzuholen, wollten die Unternehmen den Code häufig auch in anderen Anwendungen beziehungsweise Systemen einsetzen. Die Forscher kommen in ihrer Untersuchung allerdings auch zu dem Schluss, dass der Anteil von Open-Source-Software-Code exponentiell wächst.





