GIS-Studie: Openstreetmap bietet mehr Informationen als kommerzielle Kartenangebote - ausser beim Routing
Eine Studie des geografischen Instituts der Universität Heidelberg untersucht die Entwicklung der Openstreetmap-Daten und kommt zu dem Schluss, dass die freien Datenquellen fast ein Drittel mehr Informationen zu bieten haben als etwa die des proprietären Anbieters TomTom.
Das freie Kartenprojekt Openstreetmap (OSM) hatte im Juni 2011 27 Prozent mehr Details vorzuweisen als das System des proprietären Anbieters TomTom. Doch gerade bei den für die KFZ-Navigation wichtigen Daten liege TomTom um etwa 9 Prozent vorne, so lautet das Fazit einer als Open-Access verfügbaren Studie der Universität Heidelberg.
Mit "einer breiten Anzahl von Analysen" zeigen die Autoren, wie sich die freien Daten über die letzten Jahre entwickelt haben und stellen mit verschiedenen Projektionen Thesen auf, wann damit zu rechnen ist, dass Openstreetmap als fertig ("complete") anzusehen sei.
Das Problem Turn Restrictions
In zahlreichen Abbildungen und grafischen Darstellungen kommen die Autoren beispielsweise zu dem Schluss, dass OSM zwar in Sachen Topologie-Informationen die Nase vorn hat, beispielsweise im Südosten Deutschlands, doch hinken - gerade im ländlichen Bereich - die fürs Routing wichtigen Abbiegevorschriften (turn restrictions) dem des proprietären Dienstes deutlich hinterher. Während sich bei TomTom über 170.000 dieser Turn Restrictions fänden, seien im Juni 2011 bei OSM gerade mal 21.000 vorhanden gewesen. Die Lücken bestünden vor allem auf dem weniger dicht besiedelten Land, so die Autoren.
Dementsprechend kommen die Autoren zu dem Fazit, das OSM sieben Jahre nach seiner Gründung zwar in Sachen Detailreichtum die Nase weit vorne habe, beim Routen von Fahrzeugen jedoch wohl noch etwa "fünf Jahre brauchen wird, um zu der Datenbasis des getesten proprietären Anbieters aufzuschließen."





