Ab sofort ist das Linux-Magazin 07/2009 mit dem Schwerpunkt wissenschaftliche Software auf Linux-Magazin Online frei zugänglich. Aus dem Inhalt:

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Kinder an die Macht. Was sich harmlos, ja kuschelig anhört, entpuppt sich im Editorial von Chefredakteur Jan Kleinert zum Zensorenprügel.

Titelthema wissenschaftliche Software

Intro: Ob es gilt, Medikamente oder Onboard-Software für Satelliten zu entwickeln, dem Nachhall des Urknalls zu lauschen, Gesten von Menschen in einem Raum zu erkennen oder das Wetter von übermorgen auf Clustern zu errechnen: Wissenschaftler lieben ihr Linux als zuverlässige Unterlage.

PC statt Bunsenbrenner: Das Chemical Development Kit bereichert die Chemoinformatik um eine solide Bibliothek und hilft dabei, herkömmliche Anwendungen für den Einsatz in der Naturwissenschaft fit zu machen. Die Ergebnisse kommen beispielsweise der Forschung an Medikamenten gegen Malaria zugute.

Pinguin in Flugformation: Keine andere Wissenschaftsdisziplin besitzt für Laien ein solches Glänzende-Augen-Potenzial wie die Luft- und Raumfahrt. Zwei DLR-Angehörige berichten über Strömungssimulationen und Satellitensoftware. In einem Kasten beschreibt ein anderer Autor, wie die ESA dem Big Bang nachspürt.

Wettertuxe: Als Gesprächsthema taugt das Wetter immer - dabei kann die Kunst, es vorherzusagen, durchaus mithalten. Der Deutsche Wetterdienst setzt zwei Linux-Cluster ein, um den neuen Vektorrechner geschickt in Szene zu setzen. Mit bewusster Ungenauigkeit wollen die Wetterexperten ihre Vorhersagen verbessern.

Gesten, die zählen: Eine Person im Raum zeigt mit ausgestrecktem Arm auf eine Lampe oder einen Projektor, und das Gerät geht an oder aus. Diese Szene stammt keineswegs aus einem Science-Fiction-Film, sondern ist bereits heute mit freier Software realisierbar.

Recht wissenschaftlich: Die Wissenschaft forscht, entdeckt, erfindet, verfasst und entwickelt. Da bleibt für juristische Fragen kaum Zeit. Doch: Wie steht es mit dem Rechtsschutz für diese Arbeit? Ein Überblick.

Software

Intro - DVD mit Soft-Appliances: Das letzte Linux-Magazin hatte eine Premiere zu vermelden: Den Start eines neues DVD-Konzepts. Auch diesmal bekommen Käufer und Abonnenten der DELUG-Ausgabe einen virtualisierten Leckerbissen serviert.

Fabelhase: Bei den im Halbjahresrhythmus veröffentlichten Linuxen von Canonical kommt Version 9.04 alias Jaunty Jackalope bei den Features die Rolle des Vielschichtigen zu. In den USA ist ein Jackalope ein Fabeltier in Form eines Hasen mit Geweih. Ein zoologischer Streifzug.

Struktur fürs Wiki: In der Wikipedia stehen viele Fakten über Städte und Philosophen. Wer aber wissen will, welche Philosophen in Edinburgh seit 1700 zur Welt kamen, muss lange recherchieren. Da hilft nur Geduld - oder eine semantische Erweiterung für das Mediawiki.

PDF nach Maß: In Sachen PDF-Bearbeitung gilt Adobe Acrobat als das Maß aller Dinge - das Programm gibt es aber, anders als den Adobe Reader, nur für Windows und Mac OS X. Zahlreiche leistungsfähige Werkzeuge bieten sich unter Linux als Alternativen an, um PDF-Dateien zu modifizieren.

Bitparade: Der eine will, was der andere nicht braucht: Mit Extensions lassen sich ganz nach Geschmack dem eigenen Open Office Funktionen hinzufügen, die die Arbeit erleichtern oder einfach Spaß machen.

Projekteküche: Warum engagieren sich so wenige Programmiererinnen in der Open-Source-Szene? Eine Diskussion in der Ruby-Community liefert ungewollt eine mögliche Ursache. Daneben feiert der Download-Manager Uget sein Comeback. Zu essen gibt es leichte und bekömmliche Kost: einen Kuskus-Salat.

Tooltipps: Stunnel 4.27 - Unsichere Verbindungen nachträglich verschlüsseln; Newsbeuter 2.0 - RSS-Reader für die Konsole; Justniffer 0.4 - Netzwerkverkehr überwachen und analysieren; Bashstyle-ng 7.7 - Persönliche Note in der Shell; Blassic 0.10.2 - Basic-Interpreter für klassische Basic-Dialekte; Yapet 0.3 - Passwörter auf der Konsole managen.

Sysadmin

Intro: Aus dem Alltag eines Sysadmin. Twitter, so ruft es von allen Dächern, sei modern, spaßig, soziologisch aufschlussreich und ansonsten nutzlos. Selbst Charly füttert einen Sittich - aber auf der Konsole, so viel Stil muss sein.

Schon fertig: Konfigurationstools für Nagios gibt es viele. Der Neueinsteiger Nconf hebt sich positiv von der Masse ab: Dem Admin großer Installationen verschafft er echte Verschnaufpausen.

Telefonieren im Tunnel: Wer für Voice-over-IP-Telefonate auf das offene SIP-Protokoll setzt, stößt an Grenzen, wenn der Client dank NAT nur eine private IP-Adresse hat. SIP-Pakete enthalten nämlich auch im Datenteil Adress- und Port-Informationen, von denen das NAT-Gateway nichts weiß.

Reif für die Insel: Schnellen Zugriff auf die Arbeitsumgebung, notfalls auch vom Urlaubsort aus, bietet der freie Terminalserver X2go, Codename Uthörn, der am 24. April 2009 in Version 3.0 erschienen ist. X2go ist aber nicht auf Sand gebaut, sondern steht auf einem soliden Fundament aus anderen Open-Source-Tools.

Forum

Leserbriefe

Debianopolis: Debian ein großes Repertoire an Servern und Entwicklungsmaschinen. All diese Rechner bekommen Pflege durch DSAs - die Debian System Administrators. Sie sind die heimlichen Helden des Projekts, denn von ihrer Arbeit hängt einiges ab.

Tux liest: Latex-Fans schwören auf die Qualität ihrer Textsatz-Lieblingssoftware. Ein neues Buch möchte diese Software auch Uneingeweihten nahebringen. Klein, aber fein sind Format und Thema des anderen besprochenen Buchs: der schlanke Webserver Lighttpd.

Programmieren

Mehr Mathe: Gegenwärtig entsteht der neue C++-Standard. Die GCC-Versionen 4.3 und 4.4 implementieren bereits einige Features davon. Sie lassen sich über die Option »-std=c++0x« aktivieren und sind vielfach schon so ausgereift, dass jedermann sie ohne Bedenken einsetzen kann.

Intro: Lingua communis. Ob Programmieren Kunst oder Ingenieurswissenschaft ist, darüber haben schon viele debattiert. Eines eint beide Lager: Sie benötigen Sprache, um sich auszudrücken.

Spezialeffekt: Browserapplikationen mit dem Komfort lokaler Programme sind der neueste Schrei. Um mit dem Eyecandy von Adobes Flash/Flex und Microsofts Silverlight oder Novells Moonlight mitzuhalten, greift Sun in die Trickkiste und wirft die neue Websprache Java FX in den Ring. Kann sie Entwickler erleuchten?

Perl-Snapshot: Googles Chart-Service zeichnet optisch ansprechende Diagramme, ganz gleich, woher die Daten dafür stammen. Ein CPAN-Modul gibt die Zeichenanweisungen dafür in objektorientiertem Perl weiter, statt vom Programmierer URL-Fitzelei zu verlangen.

Mein eigenes Album: Dateisysteme sind vielen Anwendern und Entwicklern fern - sie sind Angebote, die der Kernel bereitstellt. Dabei lassen sich ohne viel Aufwand mit Fuse und Python anwendungsspezifische Sichten auf den eigenen Datenbestand definieren - etwa ein Fotoalbum.

Know-how

Kern-Technik, Folge 46: Das Notifier-Subsystem ist die Nachrichtenzentrale des Linux-Kernels. Nur wenig Code ist nötig, um Entwickler mit den neusten Informationen zu versorgen.