Freescale: System-on-Chip mit Linux-Kit
Der Halbleiterhersteller Freescale hat ein System on Chip (SoC) vorgestellt, das eine PowerPC-CPU mit einem 32-Bit-Coprozessor kombiniert. Das SoC wird mit einem GNU/Linux-basierten Entwicklerkit für den mobilen Einsatz ausgeliefert.
Die automotive Datenverarbeitung steuert nicht nur Fahrzeugfunktionen sondern soll mittlerweile auch für Unterhaltung unterwegs sorgen. Für diesen Einsatzzweck hat Freescale ein neues System nebst passendem Development-Kit vorgestellt. Herzstück des "MPC5123" ist ein auf 400 MHz getakteter PowerPC-Prozessor mit e300-Kern. Er wird durch einen 32-Bit-Coprozessor in RISC-Architektur mit 200 MHz ergänzt. Beide Zentraleinheiten werden in 90-nm-Fertigungsprozess hergestellt und sollen eine nur geringe Energieaufnahme vorweisen. Die Prozessoren können auf 128 KByte SRAM zugreifen.
Der angeschlossene Display-Controller liefert Auflösungen von 1280 x 720 Pixel beziehungsweise 1366 x 768 Pixel. Damit erfüllt der Controller die Vorraussetzungen. um mit dem Marketing-Siegel "HD-Ready" werben zu können. Die Schnittstellenausstattung umfasst USB 2.0, SATA, Fast-Ethernet und PCI 2.3. Auch ein Anschluss für die digitale Ton-Ausgabe sowie Unterstützung für das relativ junge Format SDHC (Secure Digital High Capacity) sind vorhanden.
Das SoC wird in der Entwicklerversion mit einem Developer Kit auf GNU/Linux-Basis namens "mobileGT" ausgeliefert. Mit dabei ist auch der Quellcode der verwendeten Firmware. Diese kommt von der Firma Genesi und basiert auf Open Firmware, einem offenen, plattformunabhängigen Standard (IEEE-1275). Die Entwicklungsumgebung enthält außerdem eine Open-Source-Werkzeugsammlung und die Dokumentation des Hardware-Designs.
Als Einsatzgebiete für das SoC gibt Freescale neben der Verwendung in Fahrzeugen auch Consumer-Geräte wie elektronischen Spielzeuge sowie Industrieanwendungen an. Das MPC5123 wird in großen Stückzahlen ab 20 US-Dollar vertrieben. Einzelne Boards mit Entwicklungsumgebung verkauft Freescale für 200 US-Dollar.





