FreeBSD-Chef: Die GPLv3 treibt Linux-Anwender zu BSD
03.09.2007
Die FreeBSD-Community soll die GPLv3 dazu nutzen, Linux-Anwender von FreeBSD zu überzeugen. Der Zeitpunkt für eine Werbeaktion sei günstig, so Justin Gibbs, Gründer und Vizepräsident der FreeBSD-Foundation.
In dem offiziellen August-Newsletter der FreeBSD-Foundation schreibt Justin Gibbs: "Die GPLv3 gibt zahlreichen kommerziellen Anwendern von Open-Source-Software Grund zur Besorgnis." Als Grund nennt er die rechtlichen Beschränkungen, die aus der dritten Version der GNU General Public License (GPLv3) resultieren. Erklärte Absicht der GPLv3 ist es, Konflikte mit dem Digital Rights Management (DRM), mit dem digitalen Video-Recorder Tivo und patentierter Software zu regeln. Laut dem FreeBSD-Chef führt genau dies nun zu Konflikten: "In der GPLv3 sind einige Anwendungsmodelle explizit verboden, die dank Schlupflöchern in der GPLv2 noch möglich waren", schreibt Gibbs. Er sieht in der Folge hohe Supportkosten für Applikationsanbieter, und der Zugang zu Spezifikationen würde nahezu unmöglich.
Wenn es nach Gibbs geht, könnte die FreeBSD-Community nun mit Aufklärungsarbeit starten. Es gelte den Irrtum auszuräumen, dass Open Source und die GPL quasi bedeutungsgleich seien. Er sieht einen erheblichen Unterschied zwischen den Lizenz-Philosophien der BSD-Gemeinde und der FSF. "Ein GPL-Befürworter könnte argumentieren, dass eine Lizenz für freie Software in gewissen Abständen aktualisiert werden muss, weil wir nicht vorhersagen können, welche neuen Anwendungsbeispiele für freie Software entstehen," schreibt er und weist auf Aussagen von GNU-Gründer Richard Stallman hin. Im Gegensatz dazu sieht er die eigene Lizenz: "Die BSD-Lizenz ist so freizügig wie möglich genau deshalb, weil wir die Zukunft nicht vorhersagen können, oder zu welchem Zweck kommerzieller oder anderer Art unsere Software eingesetzt wird."
Mit einer ähnlichen Argumentation wie der FreeBSD-Mann hatte auch der ehemalige Linspire-Chef Kevin Carmony in einem offenen Brief vor ungewollten Konsequenzen aus der GPLv3 gewarnt. Konsequenterweise wurde die hauseigene Freespire-Version auch unter seinem Nachfolger mit proprietären Bestandteilen veröffentlicht.
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