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Fosdem 2010: Open Intents plant Abhängigkeitsmanager

Unter dem Motto "Reuse components, don't reinvent the wheel" hat Friedger Müffke, Gründer von Open Intents, sein Projekt erläutert und die nächsten Schritte angekündigt. Mittels der so genannten Intents bieten Android-Applikationen anderen Apps Dienstleistungen an.

Die Intents in dem Handy-Betriebssystem Android sorgen dafür, dass Anwendungen zusammenarbeiten. Der Intent "CALCULATOR" etwa ermöglicht einer App, einen Taschenrechner aufzurufen und das ausgerechnete Ergebnis zu übernehmen. Von Seiten Googles stehen eine Reihe Intents zur Verfügung. Jeder App-Entwickler kann jedoch seine eigenen Intents definieren.

Friedger Müffke arbeitet seit 2007 an einer offenen Version der Android-Intents. Seinem Interesse hqt er im Jahr 2009 mit zwei Mitstreitern die Firma Openintents UG folgen lassen, deren Geschäftsführer er ist.

Er sieht die Gefahr, dass durch die dezentrale und nicht standardisierte Vorgehensweise ähnliche Intents mit unterschiedlichem Namen oder verschiedene Intents mit gleichem Namen entstehen. Damit wären bestimmte Intents einer Plattform inkompatibel, oder Applikationen funktionierten nicht richtig, weil sie ein anderes Verhalten erwarten. Wenn Android nämlich das Intent mit einem bestimmten Namen bereits in Gebrauch hat, ignoriert es namentlich gleiche Neuzugänge. Also werkelt das Projekt Open Intents seit 2007 daran, Interfaces und Protokolle zwischen Android-Anwendungen an zentraler Stelle zu dokumentieren und zu implementieren.

Die Projektseite listet Android-Apps, die die Intents einsetzen. Es gibt zum Beispiel eine App, die sämtliche Intents anzeigt, die die Apps eines Telefons in Gebrauch haben. Hier deutet sich die nächste Stufe an: Nötig wäre eigentlich ein Ahängigkeitsmanager. Open Intent hat in dieser Richtung noch keine Software vorzuweisen, sagte Müffke und lud Entwickler dazu ein, welche zu schreiben.

Der Java-Entwickler betonte in seinem Vortrag die Vorteile von Android, wie Modularität und die Fähigkeit, aufeinenander zurückzugreifen. Am Rande der Konferenz fragten sich dem Projekt nahe stehende Entwickler jedoch, warum Google das Projekt nicht besser unterstütze. Was sollte das Unternehmen hinter Android dagegen einzuwenden haben, dass jemand eine offene Intent-Datenbank pflegt und die Standardisierung vorantreibt? "Ich glaube, es gibt zwei Arten von Leuten bei Google", mutmaßte etwa ein belgischer Programmierer: "Die Android-Entwickler würden wahrscheinlich am liebsten alles offenlegen, aber auf anderen Etagen weiß man nicht so genau, wie man mit einem offenen Entwicklungsprojekt umgehen soll."

(Anika Kehrer)
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