Open Source im professionellen Einsatz

Firefox: Tracking auf Add-ons-Seite

14.07.2017

Einige Entrüstung löste unter Firefox-Nutzern die Nachricht aus, dass auf der Add-ons-Seite Google Analytics läuft. Die Reaktion verwundert nicht, wirbt Mozilla doch stets mit dem Schutz der Privatsphäre durch Firefox. Inzwischen gibt es aber eine Lösung für das Problem.

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Ein User namens "kumar303" reicht vor zwei Tagen einen entsprechenden Bugreport ein, der bemängelt, dass User bei der Eingabe von "about:addons" auf einer Webseite landen, die Google Analytics (GA) verwendet. Tatsächlich lädt Firefox die Seite "addons.mozilla.org" in ein I-Frame und analysiert das Nutzerverhalten.

Der Mozilla-Entwickler Matthew MacPherson reagierte auf die Beschwerde: Man wolle Google Analytics nicht abschalten, da man darüber wertvolle Daten erhalte, um die eigene Software zu verbessern. Zudem wies er auf eine spezielle Absprache mit Google hin, die es erlaube, nur einen Teilbereich der Daten zu sammeln und diese auch nur statistisch auszuwerten.

Zugleich gab der Entwickler aber zu, dass es eine Option für Benutzer geben müsse, die das Tracking nicht wollen. Nach längeren Diskussionen, die zum Teil auch auf Hacker News stattfanden und einigem Hin und Her ist der Bugreport inzwischen geschlossen. Die Lösung besteht darin, dass auch die Add-ons-Seite von Firefox die in den Browser eingebaute "Do-not-Track"-Option respektiert. Um diese zu aktivieren, klickt der User unter "Einstellungen | Datenschutz" auf den Link "Webseiten mitteilen, Ihre Aktivitäten nicht zu verfolgen" und setzt dort ein Häkchen.

"Do not Track" ist eine schöne Idee, doch viele Webseiten ignorieren diese Einstellung in der Praxis. Bislang gibt es keine gesetzlichen Verpflichtungen, das Tracking zu respektieren. Eine Webseite listet Unternehmen auf, die Do-not-Track respektieren. Bis auf Twitter und Pinterest sind dort allerdings kaum bekannte Unternehmen zu finden, nicht einmal Mozilla ist an Bord. Das kann allerdings auch daran liegen, dass die Unternehmen sich nicht explizit bei den Betreibern der Webseite gemeldet haben oder dass diese die Webseite schlicht nicht mehr pflegen.

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