Open Source im professionellen Einsatz

Firefox 54 finalisiert E10S-Support

14.06.2017

Ganz unbescheiden kündigt die PR-Abteilung von Mozilla den "besten Firefox aller Zeiten" an. Die neue Version 54 beschleunigt vor allem die Arbeit mit vielen offenen Tabs.

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Die Entwickler nennen das neue Feature Electrolysis oder kurz E10S. Es verwandelt Firefox in einen Multiprozess-Browser und soll dafür sorgen, dass offene Tabs nicht die Performance anderer offener Tabs ausbremsen. Der Browser soll seltener abstürzen, die Performance auf gut besuchten Seiten soll besser sein. Die Umstellung ist bereits seit Version 48 im Gange, die aktuelle Version schließt den Transformationsprozess ab.

Das Hostsystem weist im Hintergrund jedem Content-Prozess einen eigenen CPU- und Arbeitsspeicheranteil zu, damit alle separat voneinander performant bleiben. Trotz Optimierungen startet Firefox 54 aber nicht für jedes neue Tab einen eigenen Prozess, wie es Chrome tut, sondern packt die Inhalte standardmäßig in bis zu vier Prozesse. Konkret nutzen die ersten vier Tabs auch die ersten vier Prozesse, weitere Tabs landen dann als Threads in diesen Prozessen. Der Vorteil: Anders als Chrome konsumiert Firefox nicht so viel Arbeitsspeicher wenn der Anwender viele Tabs verwendet.

Firefox 54 startet beim Öffnen von Tabs standardmäßig nur bis zu vier parallele Prozesse, um den Arbeitsspeicher zu schonen (Quelle: https://blog.mozilla.org)

Nutzer mit mehr Rechenpower können dieses Verhalten aber ändern, indem sie in die URL-Leiste "about:config" eingeben, nach der Option "dom.ipc.processCount" suchen und den zugehörigen Wert für die Zahl der Prozesse neu setzen. In kommenden Versionen des Browsers wollen die Entwickler diese Option an einer für User besser sichtbaren Stelle platzieren. Generell, schreibt der Produktmanager Ryan Pollock auf Medium.com, sei auch die neue Version von Firefox nur eine Zwischenlösung bis Mozillas anderes Projekt, die Rust-basierte Browser-Engine Quantum, fertig ist.

Und sonst? Die Entwickler arbeiten weiter an dem browserübergreifenden API für Web Extensions, die Firefox 57, der im November erscheint, dann als alleinige Schnittstelle akzeptiert. Schon jetzt lassen sich darüber angepasste Devtool-Panels fabrizieren, das Entwicklerblog zeigt ein Beispiel für ein Vue.js-Devtool-Add-on. Mit web Extensions lässt sich nun zudem die New-Tab-Seite individuell anpassen, auch Seitenleisten mit Aktionen können Entwickler festlegen. Nicht zuletzt unterstützt Firefox 54 nun CSS Clip-Pfade, um Teile eines Elements zu entfernen, das klappte bisher nur mit SVG.

Wer Firefox herunterladen möchte, kann dies direkt über Mozillas Downloadseite tun oder sich auf die Suche nach einem entsprechenden Repository für die verwendete Linux-Distribution machen.

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