Open Source im professionellen Einsatz

Finalversion von erstem Textadventure ist Open Source

31.05.2017

Colossal Cave, oder einfach nur Adventure, von 1976 gilt als erstes Spiel seiner Art. Die 1995 von den Originalautoren erstellte finale Version 2.5 steht nun als Open Source in einer C-Portierung bereit.

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Wie sehr viel andere Software auch, die vor dem Entstehen der Free-Software-Bewegung geschrieben worden ist, ist der Code des wohl ersten Textadventure-Spiels vergleichsweise frei und vor allem ohne Regeln weitergereicht worden. Wohl vor allem deshalb existiert das Spiel Colossal Cave, das schlicht auch nur Adventure heißt, in unzähligen Varianten. Die finale Version der Originalautoren steht nun als Open-Source-Projekt bereit.

Erstmals erschienen ist Adventure im Jahr 1976. Geschrieben wurde das Spiel in der Sprache Fortran für den PDP-10 von Will Crowther und Don Woods. Wie erwähnt, hat sich Adventure schnell verbreitet, ist sehr früh nach C portiert worden und von unterschiedlichen Autoren mehr oder weniger unabhängig voneinander erweitert worden.

Der Programmierer und Gründer der Open-Source-Initiative Eric S. Raymond schreibt in seinem Blog, er habe die finale Version 2.5 von Adventure von Crowther und Woods aus dem Jahr 1995 mit Unterstützung und Erlaubnis der Autoren unter eine freizügige Lizenz gestellt. Der Code dazu steht bei Gitlab zum Download bereit.

Raymond schreibt, dass der Quellcode in der aktuellen Form mechanisch von Fortran nach C übersetzt worden und entsprechend "hässlich" sei. Der Entwickler plant deswegen, den Code schrittweise so aufzuarbeiten, dass dieser idiomatischem C entspricht und damit von heutigen Programmierern leichter zu verstehen ist.

Die Schwierigkeit dieser Aufgabe bestehe vor allem darin zu entscheiden, inwiefern die ursprünglichen Datenstrukturen erhalten bleiben sollen. Zudem sollen umfangreiche Regression-Tests angelegt werden, damit Änderungen an dem Code auf Korrektheit überprüft werden können. Immerhin soll der Ablauf des Spiels nicht verändert werden. (Sebastian Grüner/Golem.de)

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