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Fehlfunktion: Nasdaq-Finanzdaten fuhren Achterbahn

05.07.2017

Die Schattenseiten einer zu starken Vernetzung und Zentralisierung zeigten sich am Montag, als große Finanzwebseiten wie Bloomberg, Google Finance und Yahoo Finance plötzlich drastisch falsche Aktienkurse anzeigten. Schuld waren wohl die falschen Daten einiger Finanzdaten-Dienstleister.

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Dank der verfälschten Daten fielen oder stiegen viele Aktienkurse von Technologie-Unternehmen auf einen Stand von 123,45 beziehungsweise 123,47 US-Dollar. Während einige Aktienkurse damit in den Keller gingen (Googles Aktie war zuvor 908 US-Dollar wert und verlor 86 Prozent), stieg der Kurs anderer Aktien wie der des Spieleherstellers Zynga dadurch um 3300 Prozent. Glücklicherweise passierte das Ganze nach Handelsschluss, so dass sich die Kursstürze und -gewinne kaum auf die Märkte auswirkten. Zudem zeigten die Kurseinbrüche und -explosionen ein auffälliges Muster an.

Die Hintergründe für diesen Fehler sind nur zum Teil klar. US-Börsen, zu denen auch die Nasdaq gehört, schicken nach Handelsschluss routinemäßig Testdaten ins Netzwerk. Drittanbieter von Finanzdaten ignorieren diese Testdaten in der Regel, aber am Montag geschah dies eben nicht. Warum genau, ist noch nicht bekannt. Während Bloomberg, Google, Thomson Reuters, Yahoo und einige andere Webseiten in der Folge falsche Zahlen anzeigten, blieben die auf der offiziellen Nasdaq-Webseite korrekt.

Die Nasdaq erklärte laut The Verge, sie arbeite mit den Drittanbietern zusammen, um das Rätsel zu lösen. Fragen müssen sich die beteiligten Unternehmen allerdings, ob es eine gute Idee ist, sämtliche Aktienkurse derart zentralisiert zu verteilen. Da viele Käufe und Verkäufe mittlerweile automatisiert auf Basis der Preisinformationen ablaufen, besteht hier ein Potenzial für wirtschaftliche Turbulenzen. In Hong Kong soll es laut der Financial Times einige Transaktionen gegeben haben, die aber anschließend gelöscht wurden.

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