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Fehler spenden: Gemeinsam methodisch debuggen

Das Cooperative Bug Isolation Project (CBI) ist für Fedora 8 verfügbar. Gefragt sind Nutzer, die automatische, statistische Bug-Reports von Gimp, Evolution und anderen Anwendungen generieren.

Das akademische Cooperative Bug Isolation Project (CBI) stellt RPMs und SRPMs von modifizierten Open-Source-Anwendungen bereit. Man installiert zusammen mit Anwendungen wie Gimp, Gnome Panel oder Pidgin eine Funktion zum Sammeln und Versenden von Reports. Dazu haben Ben Liblit von der US-amerikanischen Universität Wisconsin in Madison und sein Team spezielle RPM-Pakete erstellt, mit denen der Teilnehmer sein Fedora-Repository so konfigurieren kann, dass die CBI-Versionen heruntergeladen werden anstatt der normalen Anwendungen. Die modifizierten Programme sind auch einzeln auf der Projekt-Homepage verlinkt. Für ältere Fedora-Core-Ausgaben ist die Bug-Sammel-Software ebenfalls nutzbar. Für Bastler liegt außerdem der Sourcecode bereit. Die unterstützten Programme und Installationstools nennt Liblit in seiner Ankündigung.


			Oben sieht man die Anzahl der Reports, unten die Crash-Statistik.

Oben die Anzahl der Reports, unten die Crash-Statistik: Das verteilte Fehlersammeln ermöglicht durch methodisches Vorgehen eine gezielte Auswertung.

Nach statistischem Zufallsprinzip loggt die Zusatzsoftware an bestimmten Stellen der Anwendungen ihr Verhalten mit. Diese Stellen hat das Team vorher nach bestimmten Kriterien und zum Zweck des statistischen Debuggens zu "interessanten" Funktionsstellen erklärt, an denen Bugs auftreten können. Die Log-Funktion sammelt darüber hinaus bei jedem Programm-Ende Informationen wie Version und gemeinsam benutzte Bibliotheken, nicht aber persönliche Daten des Anwenders. Genaueren Aufschluss zu Funktion und Vorgehen des Projekts sind der Projektwebseite zu entnehmen.

Interessierte können auch selbst Hand anlegen: Informationen zur Vorgehensweise und zum Paketbau gibt es ebenfalls auf der Projektwebseite. Nur wird darum gebeten, nach dem Bau eigener Reporting-Addons auch einen eigenen Analyse-Server zu betreiben, da die verändert zu Stande gekommenen Reports vom Wissenschaftler-Team nicht ausgewertet werden können.

Das CBI-Projekt startete 2003 im Rahmen des Open-Source-Quality-Program an der Universität Kalifornien in Berkeley. Im Quality-Projekt liefen und laufen immer noch rund drei Dutzend andere Open-Source-Projekte. Das Bug-Sammel-Projekt läuft nun seit ungefähr 2004 an der Wisconsin-Universität in Madison weiter, wo es nicht mehr mit dem Open-Source-Quality-Projekt assoziiert ist.

Ben Liblit ist Assistenzprofessor an der computerwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wisconsin in Madison. Über die Methode "Cooperative Bug Isolation" promovierte er 2005 in Berkeley. Bei Springer Berlin ist die Abhandlung im April 2007 auf englisch erschienen.

(Anika Kehrer)
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