Fedora streitet über sichtbare oder unsichtbare Passwörter
Soll eine Linux-Distribution bei der Installation das initiale Root-Passwort am Bildschirm anzeigen oder beispielsweise durch Sternchen oder Hash-Zeichen verschleiern? Über diese Frage ist unter Fedora-Entwicklern eine heftige Diskussion im Gange.
Anlass dafür ist eine recht eigenmächtige Entscheidung, die die Anaconda-Developer offenbar für Fedora 19 getroffen haben, ohne sie vorher öffentlich zu diskutieren. Fedoras Bug Report "Bug 958608 - password input shown as clear text" emotionalisiert die Entwickler. Im Gegensatz zu vielen anderen Fehlermeldungen, die einfach Vertipper oder gefährliche Löcher in Programmen aufzeigen, findet sich in dem Thread eine Grundsatzdiskussion zum Thema Sicherheit, sichere Passwörter und sichere Installationsroutinen. Am 1. Mai hatte Entwickler Jens Petersen bemängelt, seine Fedora-Installationsroutine (der Installer hört auf den Namen Anaconda) zeige ihm das Root-Passwort während der Eingabe am Bildschirm an, ohne es zu maskieren, wie bisher und ansonsten unter Linux üblich.
Zur großen Überraschung zahlreicher, meist ungläubiger Anwender, die das gleiche Phänomen beobachtet hatten, trug die Antwort von Chris Lumens bei: Das sei genau so beabsichtigt, in vielen anderen Software-Implementierungen üblich und überhaupt gar nicht so schlimm, weil das Passwort nur angezeigt wird, während die Eingabemaske den Fokus hat. Außerdem entledige man sich mit der Vorgehensweise einiger unangenehmer Konstrukte, die so nicht mehr nötig seien. Außerdem habe schon 2009 der Sicherheitsguru Bruce Schneier die Notwendigkeit aufgezeigt, dem User Passwörter bei der Eingabe anzuzeigen. Das habe er später widerrufen, argumentiert die Gegenseite - man darf gespannt sein, ob das Fedora-Projekt die sinnvolle und verbreitetste Variante wählt: Ein Optionsfeld, das das eingegebene Passwort sichtbar macht





