Fedora 10 mit KVM, Xen und Schnellstart
Sechs Monate nach Fedora 9 gibt das freie Projekt heute die beliebte Linux-Distribution in Version 10 mit dem Codenamen Cambridge frei.
Fedora 10 basiert auf dem Linux Kernel 2.6.27.5, den der Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman am 7. November allen Linux-Nutzern dringend zum Einsatz ans Herz gelegt hatte. Gleichzeitig bringt Fedora 10 auch die mitgelieferte Software auf den neuesten Stand: Mit dabei sind zum Beispiel OpenOffice 3.0, Gnome 2.24.1, Eclipse 3.4 oder der Paketmanager RPM 4.6. Weiter verbessert wurde laut den Entwicklern zum Beispiel das Druckermanagement, und auch bei der mitgelieferten Virtualisierung hat sich viel getan: Ab sofort ist der Virtualisierungs-Hypervisor KVM in Version 74-5 per Default-Einstellung dabei, in Fedora 9 war KVM noch als Option wählbar. Kein Wunder, denn der Hersteller von KVM ist Qumranet, und seit der Akquisition durch Red Hat im September 2008 gehört die Software quasi zum Haus. Weiterhin dabei ist der Open-Source-Hypervisor Xen, aktuell in Version 3.3.0-1. Zusätzlich neu dabei ist die LXDE-Desktop-Umgebung X11.Die Fedora-eigenen Virtualisierungswerkzeuge wie libvirt und virt-manager wurden in Version 10 gleichfalls aktualisiert und verbessert; Admins sollen damit nun einfacher virtualisierte PCs oder Server und dazugehörige Speicher über das Netzwerk verwalten können.
Voll im Trend liegt Fedora mit dem neuen graphischen Boot-System Plymouth, mit dem der Startvorgang erheblich beschleunigt werden soll. Die lange Startzeit vieler Rechner bereitet vielen Technikern Kopfzerbrechen, und die Verkürzung gilt als Wettbewerbsvorteil (Linux-Magazin Online berichtete). In der aktuellen Version soll Plymouth mit ATI-Radeon-Karten und Intel Grafikkarten funktionieren, Unterstützung für weitere Karten ist in der Mache. Gleichfalls neu dabei in Fedora 10 ist eine „Instant-On“-Funktionalität im Network-Manager. Damit kann ein Ethernet-Rechner oder ein mobiles Gerät seine Verbindung mit anderen Rechnern mit Funkverbindung in seiner Nähe teilen. Weiter verbessert wurde das Software-Management mit dem Package Kit, das seit Fedora 9 dabei ist. Nun soll das Package Kit erkennen, ob für eine bestimmte Aktion eine zusätzliche Software nötig ist und den entsprechenden Code besorgen. Die Feature-Liste gibt Auskünfte zu weiteren Neuerungen.
Mit der heutigen Veröffentlichung halten sich die Entwickler ziemlich genau an den Halbjahresrhythmus, wohingegen die Unternehmensversion Red Hat Enterprise Linux (RHEL) wesentlich längere Zyklen hat. Fedora ist als freier Ableger aus ehemals Red Hat Linux entstanden. Wie sowohl das Projekt als auch das amerikanische Unternehmen betonen, arbeitet Fedora unabhängig von Red Hat, liefert allerdings die Codebasis für RHEL. Die freie Linux-Distribution Fedora liefert dabei erklärtermaßen in kurzen Abständen neue Technologie gedacht für Anwender, die ihre Systeme häufig aktualisieren und dabei stets den neuesten Stand der Technik nutzen wollen. Erst nach einer Testphase werden einige Bestandteile der freien Linux-Variante in die Unternehmensdistribution von Red Hat übernommen, der dann auch kommerziellen Support für RHEL anbietet.
Die nächste Version Fedora 11 ist für den 28. Mai 2009 geplant und dürfte damit die Basis für RHEL 6 liefern. Fedora 10 steht auf den Projektseiten in verschiedenen Versionen ab sofort zum Download zur Verfügung.








