Facebook und Google+: Nein Danke!
Der Free-Software-Aktivist Bradley M. Kuhn boykottiert proprietäre Social-Networking-Dienste, obwohl er dadurch Diskussionen verpasst.
"Facebook ist proprietäre Software." So bringt Kuhn seine Position auf den Punkt. Den Quelltext der serverseitigen Anwendung bekämen nur die Mitarbeiter der Internetfirma zu sehen, selbst der Client-Teil sei proprietäres Javascript im Obfuscated-Stil. "Würde ich Facebook benutzen, könnte ich auch gleich ein proprietäres Binärprogramm auf meinen GNU/Linux-System installieren," schlussfolgert der Verfechter freier Software.
Google+ ist seiner Ansicht nach nicht viel besser, auch wenn Google bessere Sympathiewerte bei der Open-Source-Community habe. Der Suchmaschinenkonzern dürfte die Daten der Anwender genauso wie die Konkurrenz zu Werbezwecken auswerten, mutmaßt Kuhn. Er bedauert, dass viele Diskussionen im Open-Source-Bereich in den letzten Monaten von Blogs und Mailinglisten nach Google+ umgezogen sind. Wer wie er sich dort nicht anmelde, sei praktisch ausgeschlossen. Der soziale Druck sei groß, mitzumachen - in diesmal komme er nicht von außerhalb, sondern von innerhalb der Community.
Das hält Bradley M. Kuhn für eine neue Herausforderung für überzeugte Free-Software-Enthusiasten. Sie hätten schon immer freie Alternativen gesucht, geschaffen und benutzt. Daher wirbt er für Standards wie IRC und XMPP sowie den frei lizenzierten Microblogging-Dienst Identi.ca.





