FSFE und GPL-Violations kämpfen für Open-Source-Lizenzen
Die Freedom Task Force der Free Software Foundation Europe (FSFE) und das Projekt GPL-Violations wollen bei der Durchsetzung von Open-Source-Regelungen künftig enger zusammenarbeiten.
Die gemeinnützige Organisation FSFE gründete im Oktober 2006 die Abteilung Freedom Task Force (FTF) mit dem Ziel, Aufklärungsarbeit für die Lizenzierung freier Software zu leisten und juristische Angelegenheiten der Stiftung zu bearbeiten. Das Projekt GPL-Violations.org von Harald Welte wiederum beobachtet Verletzungen der GNU General Public License (GPL) und geht dagegen vor. Erst kürzlich konnte Welte vor dem Münchner Landgericht wieder einen juristischen Erfolg gegen den Internet-Telefonie-Anbieter Skype verbuchen. Bei einem Treffen in Berlin vereinbarten die beiden Projekte, die bereits bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen und auszubauen. Konkret will Harald Welte die FTF dabei unterstützen, einen weiteren Vollzeitmitarbeiter einzustellen.
Bei der Aufgabenverteilung im Kampf für freie Software sind sich die Mitstreiter einig: GPL-Violations.org wird weiterhin an Fällen arbeiten, in denen die Rechte der Macher freier Software bedroht sind. Die FTF sieht sich in der Aufklärerrolle bei juristischen Fragen rund um freie Software-Lizenzen und betreibt Netzwerk-Arbeit. Harald Welte stellt fest, dass die rechtliche Gültigkeit Freier Software-Lizenzen in Europa mittlerweile unstrittig ist: „Es ist ein klarer, juristischer Fakt, dass Leute, die freie Software verteilen, dies in Übereinstimmung mit den Lizenzen tun müssen.“ Nun sei es an der Zeit, die juristische Infrastruktur langfristig aufzustellen. Der FTF soll hierbei als Anlaufstelle für allgemeine und juristische Fragen rund um die Lizenzierung dienen und Schulungen und Beratung zu diesen Themen anbieten. Der FTF-Koordinator Shane Coughlan betont die Rolle, die Weltes Organisation hierbei gespielt hat: „GPL-Violations.org hat erheblich dazu beigetragen, Verständnis für Lizenzierung in Europa zu bilden, und ebenso hat es zur Entwicklung der FTF beigetragen,“ sagt Coughlan. Das juristische Netzwerk der FTF umfasse aktuell siebzehn europäische Länder und mehr als 100 Mitglieder, wie der FTF-Mann sagt. Coughlan nutzt die Gelegenheit, weitere Unterstützer zu werben: „Ich möchte europäische Unternehmer und Projekte mit juristischen Beratern oder einzelne Anwälte dafür gewinnen, Teil des Netzwerk zu werden. Es bietet ein hervorragendes Forum zum Wissensaustausch rund um juristische Aspekte bei der Lizenzierung freier Software und um neue Kontakte zu knüpfen.“
Harald Welte war im März 2008 für seinen Einsatz für freie Software von der FSFE-Dachorganisation, der Free Software Foundation, mit dem FSF-Award ausgezeichnet worden.





