FOSDEM 2013: Schokolade für Poettering und GKH - von Eudev
Zwischen Udev und dem Fork Eudev schien die Luft einigermaßen vergiftet. Der Auslöser für den Fork war die mangelnde Bereitschaft der Entwickler, Udev und vor allem auch Systemd an ältere Kernel anzupassen. Dieser Entschluss brachte Ende 2012 mehrere Entwickler dazu, einen Udev-Fork zu verfolgen, der auch alte Systeme, etwa im Embedded-Bereich unterstützen könne. Das sorgte für Irritationen bis hin zum ausgemachten Streit, und den suchten die Protagonisten jetzt auch auf der FOSDEM zu schlichten - auch mit Schokolade..
Belgische Schokolade gilt als eine der besten weltweit, und deshalb bekamen auf der derzeit in Brüssel tagenden FOSDEM Greg Kroah-Hartman, Lennart Poettering zusammen mit einigen anderen Udev- oder Systemd-Entwicklern eine ganze Schachtel feinster Pralinen [Update: Wie uns Greg via Google+ mitteilte, waren es schwedische Pralinen! ] geschenkt - von den Initiatoren des Eudev-Forks.
Francisco Blas Izquierdo Riera und Matthew Thode vom Eudev-Projekt hatten die mitgebracht, und starteten mit dieser Einleitung gleich die Diskussion, noch ehe sie mit ihrem Vortrag anfangen konnten. Nein, entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sei der Fork nicht durch Hass geprägt, nein, auch habe man schon deutlich schlechteren Code gesehen als den von Lennart, wenn auch nicht vielen. Aber dennoch: Die Systemd-Entwickler seien "meist nicht an alten Systemen interessiert", und darum wollen sich die Eudev-Developer kümmern. "Um Verwechslungen [schon wegen der ähnlichen Aussprache] vorzubeugen: Eudev ist alles, was nicht Systemd ist", lautet das Credo.
Weil es immer noch Projekte, Anwender und Hardware gäbe, wo eben kein neuer Kernel zum Einsatz kommen könne, und die beispielsweise zwingend Setups wie separate "/usr"-Verzeichnisse verlangen, habe man den Fork vorgenommen. Die Udev-Entwickler legten keinen Wert auf die Unterstützung alter Kernel, und damit sei es gemäß den Open-Source-Gepflogenheiten eben nur eine Frage der Zeit gewesen, bis es zum Fork komme. Den bieten die Udev-Entwickler eben an.
Kopfschütteln
Über die Notwendigkeit oder eventuell sogar den damit verbundenen Schaden entwickelte sich eine rege Diskussion, an der auch Linux-Granden wie Poettering und Hartman selbst eifrig teilnahmen. Ergebnisoffen, versteht sich, aber mit viel Kopfschütteln und Widerspruch. GKH dazu: "Wenn es Bugs gibt, sollte man die fixen und nicht neue Softwareversionen erzeugen, die komplett neuen Code brauchen".





