Open Source im professionellen Einsatz

FFII und FSFE an Deutschlandradio: "rOgg on"

01.04.2010

Zum Document Freedom Day haben Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und Radio Orange aus Wien Ehrungen der beiden Organisationen Free Software Foundation Europe e.V. (FSFE) und Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. (FFII) erhalten.

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Weil die genannten Radiosender auch in dem freien Container-Medienformat Ogg Vorbis über das Internet zu empfangen sind, haben die Vereine FFII und FSFE sie anlässlich des Document Freedom Days am 31. März ausgezeichnet. Radio Orange und Deutschlandradio (siehe Galerie) bekamen am Nachmittag des 31. März jeweils an ihrem Unternehmenssitz unter dem pfiffigem Slogan "rOgg on" Urkunde und Torte überreicht.

"Wir fühlen uns durch diesen Preis mehr geehrt als durch einen Grimme-Preis", gibt der verantwortliche Online-Redakteur von Deutschlandradio, Egbert Meyer, beim Anschneiden der Torte in Berlin zu Protokoll. Matthias Kirschner von der FSFE begründet den Preis mit der Vorreiterrolle des Senders: "Seit 2006 kann jeder die Ogg-Vorbis Live-Streams des Deutschlandradios ohne Probleme mit Freier Software empfangen." Stephan Uhlmann aus dem Vorstand des FFII schließt sich an: "Der Document-Freedom-Day-Preis 2010 soll [die ausgezeichneten Sender] dafür ehren, dass sie es richtig machen. Mit nicht-patentbehafteten Audio-Formaten ermöglichen sie ihren Hörern eine freiere Auswahl an Abspielgeräten und Software."

Sein Engagement für freie Standards begründet beispielsweise der FFII damit, dass für patentierte Formate oft erst dann Lizenzgebühren verlangt würden, wenn jeder darauf angewiesen ist. "Erst als MP3 als Audioformat populär war, begannen die Fraunhofer Gesellschaft und Thomson 1998 für das mit über einem Dutzend Patenten belegte Format Lizenzgebühren zu verlangen", warnt der Verein. Auf der Webseite Dradio.de/wir/ogg bietet Deutschlandradio nicht nur die Ogg-Streams in mehreren Qualitätsstufen für verschiedene Bandbreiten an, sondern schlägt auch passende Abspiel-Software vor - und zwar auch für Linux-Nutzer.

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