Open Source im professionellen Einsatz

FCC hält Router offen

05.08.2016

Die amerikanische Telco-Regulierungsbehörde FCC hat TP-Link verpflichtet, künftig Firmware von (Open-Source)-Drittanbietern auf seinen Routern zu erlauben. Zudem muss TP-Link im Rahmen einer Einigung eine Strafe zahlen.

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Die Strafe von 200 000 US-Dollar wurde laut EFF fällig, weil TP-Link die Sendeleistung seiner WLAN-Geräte nicht nach Vorgabe der FCC auf das 2,4 GHz-Band beschränkt hatte. Zugleich und unabhängig von der Einigung hat die FCC eine neue Regel eingeführt, mit der sie auf die massive Kritik an einer Routersperre (Linux-Magazin berichtete) reagiert.

Im März 2015 hatte FCC eine Liste mit Security-Anforderungen veröffentlicht, damit Wireless-Router nicht ungewollt anderen Kommunikationsgeräten dazwischenfunken. Die Community befürchtete daraufhin, dass die Routerhersteller die Compliance-Reglungen dazu nutzen, alternative Firmware von Routern zu verbannen. TP-Link hatte bereits damit begonnen, den Weg zum Blockieren von Drittanbieter-Firmware zu beschreiten.

Die FCC hatte gegenüber der Open-Source-Firmware-Community stets darauf hingewiesen, dass die Reglungen nicht dazu gedacht seien, alternative Firmware zu verdrängen. Dank der neuen Vereinbarung scheint die Sache nun mit TP-Link geklärt, Linksys hatte ohnehin erklärt, die hauseigenen Router offen zu halten. Insgesamt ist der Schritt für die amerikanische Open-Source-Firmware-Community, und letztlich auch für die Deutsche, eine gute Nachricht.

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