Keine zwei Wochen ist es her, dass Google den Quelltext von Android 4 veröffentlichte - was im Vergleich zu früheren Versionen vergleichsweise schnell und zeitnah zur Release der neuen Android-Version geschah. Doch die Entwickler des freien Custom-ROMs Cyanogenmod wollten in Sachen Geschwindigkeit wohl noch eins drauf setzen. Hatten Experten frühestens Anfang nächsten Jahres mit den ersten lauffähigen Images der Version 9 gerechnet, überrascht die Ankündigung in den XDA-Foren, erste Alphas (Samsung Nexus S) und sogar eine Beta (Samsung Galaxy S) stünden ab sofort zur Verfügung. Bei den Announcements finden sich auch umfangreiche Anleitungen zum Rooten und Flashen der Geräte.

Das Ice Cream Sandwich liegt vorne

Android 4, von Google auch Ice Cream Sandwich (ICS) getauft, war am 19. Oktober veröffentlicht worden, der Quelltext vier Wochen später, zusammen mit dem lange zurückgehaltenen Source Code für Android 3 (der Tablet-Variante Honeycomb). Die vierte Release bringt vor allem Verbesserungen in der Bedienung, ein neues Design der Oberfläche, Gesichtserkennung, bessere Eingabemöglichkeiten bei Sprache und Tastatur sowie Near Field Communication (NFC) - und verspricht Google noch weiter nach vorne zu bringen. Das scheint im Trend zu liegen, hat doch Googles Handy-Betriebssystem im dritten Quartal 2011 laut einer Gartner-Studie Apple überholt. Den Marktforschern zufolge liegt Android jetzt bei 52,5 Prozent Marktanteil bei den verkauften Smartphones.

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Die "Urlaubs-Standby-Simulation" als Akkutest für Cyanogenmod 7.1 auf einem HTC Desire Z. Einmal täglich drei Stunden online, sonst im Flugzeugmodus: Da reicht der Akku eine Woche.

Besser als das Original dank Open Source: Cyanogenmod

Cyanogenmod stellt ein freies Android-System bereit, das auf einem Stock-Android von Google basiert, aber in Open-Source-Manier eigene Verbesserungen einbaut. So erweisen sich mit Cyanogen ausgestattete Smartphones in der Regel als deutlich schneller und energiesparender als die von Herstellern mit eigenem Branding und gelegentlich auch kommerziell motivierten Einschränkungen ausgestatten Firmwares, mit denen die Geräte im Geschäft erhältlich sind.

Im Test in der Linux-Magazin-Redaktion mit einem Motorola Defy und einem HTC Desire Z konnte schon der aktuelle Cyanogenmod 7.1 mit deutlich besserer Performance und erheblich geringerem Stromverbrauch überzeugen. In der Regel laufen alle Anwendungen aus dem Market auch mit Cyanogenmod, Probleme gibt es bei einzelnen Geräten und Treibern. Dafür bringt der freie ROM auch vielfach gewünschte Features mit, etwa das nachträgliche Ändern der Rechte, die der Anwender einer App einräumt. Das ist normalerweise nur bei der Installation möglich, unter Cyanogen kann der User einer App auch nachträglich den Netzzugang kappen.