Open Source im professionellen Einsatz

Erle-Spider: Roboterspinne mit Snappy Ubuntu Core

14.09.2015

Ein spanisches Start-up will eine Roboterspinne auf Basis von Snappy Ubuntu Core und weiteren Open-Source-Komponenten bauen und hat dafür einen Fundraiser auf Indiegogo gestartet.

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Günstig sind die Spinnen nicht: Ein Kit, um die Spinne selbst zu bauen, kostet in der günstigsten DIY-Variante 399 US-Dollar. Wer sich gleich eine ganze Herde bestellen möchte, zahlt für 10 DIY-Kits 3900 US-Dollar. Wie üblich hat der Fundraiser auf Indiegogo verschiedene Ziele. Gebaut werden die Roboterspinnen ab 50 000 Euro, sollten 150 000 zusammenkommen, bekommt jede Spinne eine 5-Megapixel-Kamera mit auf den Weg. Early-Bird- und Developer-Kits soll es ab Dezember 2015 geben, im März 2016 folgen dann die regulär erworbenen DIY-Kits. Wer mehr zahlt, kann sich die Spinnen auch vormontieren lassen, kommen 250 000 US-Dollar zusammen, wollen die Entwickler der Spinne ein Scratch-Interface spendieren, um Programmieranfängern den Umgang mit den Spinnen zu erleichtern.

Diese Drohne fliegt nicht, krabbelt dafür aber. Unter der Haube stecken Open-Source-Komponenten (Quelle: indiegogo.com)

Grundlage für Erle Spider ist das Erle-Brain 2, das an sich schon mit mehreren hundert Dollar zu Buche schlägt. Es handelt sich um ein mit Linux und dem ROS-Framework (Roboter Operating System) bespieltes Beagle Bone Black mit einem Autopiloten-System in Form eine Pix-Hawk-Erweiterung. Die Hardware der spanischen Firma Erle Robotics, die auch die Spinne baut, befindet sich noch in Entwicklung und soll aus einem auf 900 MHz getakteten ARM Cortex-A7 mit 1 GByte RAM bestehen. Bastler kommunizieren über WLAN, Bluetooth, USB, Ethernet, I2C, Uart, HDMI und weiteren Schnittstellen mit dem Board, das unter anderem Sensoren für Beschleunigung, Position, Druck und Temperatur mitbringt. Das Gerät soll 8 GByte Flashspeicher mitbringen und ein Kamerainterface.

Als OS kommt das noch in Entwicklung befindliche Ubuntu Snappy Core zum Einsatz, zusammen mit einem Echtzeitkernel. Auf dem Ubuntu-Kern läuft vorerst als Framework ROS Indigo, das die Hardwarekomponenten der Spinne kontrolliert, später will man auf ROS 2 aktualisieren. Zudem gibt es Frameworks für Docker, Node, Open CV und die Machine-Learning-Toolbox Shogun. Nicht zuletzt lassen sich verschiedene Snappy-Apps zur Gesichtserkennung, Hindernis-Umgehung oder Audioausgabe installieren.

Der Hardware- und Software-Stack für die Erle-Spider (Quelle: indiegogo.com).

Zielgruppe der Roboter dürften Entwickler sein, die sich für das Internet der Dinge, Drohnen, Machine Learning und Computer Vision interessieren und auch eigene Apps entwickeln möchten. Die Roboter können auch Rennen veranstalten oder schwer zugängliche Orte erforschen. Ein Stretchgoal sieht vor, eine Android-App zu entwickeln, um die Roboter zu steuern. Zunächst müssen die Entwickler aber in den nächsten 39 Tagen das nötige Kleingeld für ihre Spinnen zusammenbekommen.

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