Open Source im professionellen Einsatz

Erfolgreiche Chemnitzer Linux-Tage

16.03.2009

Während kommerzielle Messen wie die CeBIT mit Aussteller- und Besucherschwund kämpfen, präsentiert sich die Community auf den Chemnitzer Linux-Tagen in üppiger Fülle.

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Bei strahlendem Sonnenschein starteten am Samstagmorgen die 11. Chemnitzer Linux-Tage. Schon weit vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn stauten sich die Besucher vor den Türen des knallorangen Hörsaalgebäudes der TU Chemnitz. Das opulente Ausstellungs- und Vortragsprogramm zog nicht nur zahlreiche gestandene Linuxer an, sondern auch erfreulich viele Um- und Einsteiger. Entsprechend gefragt waren vor allem die Vorträge im Einsteiger-Forum, die zum Teil wegen des hohen Zuspruchs kurzfristig in den größten Vortragssaal der Uni ausweichen mussten.

Als besonderer Schlager erwies sich dabei das Referat von Klaus Knopper zum schlanken Desktop-System LXDE, bei dem über 400 interessierte Zuhörer den Saal bis in die letzte Ecke füllten. Weitere Straßenfeger waren Frank Hofmanns Vortrag über Werkzeuge zur PDF-Bearbeitung und die Einführung von Sebastian Andres in die Grundlagen der Verschlüsselung. Großes Interesse erregten generell alle Vorträge, die sich mit dem Schutz privater Daten vor den allzu neugierigen Augen des Staats beschäftigten, wie etwa Johannes Lichdis Ausführungen zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Datenschutz, insbesondere zur Vorratsdatenspeicherung und „Online-Durchsuchung“.

Als weiterer Fokus des Besucherinteresses kristallisierte sich der Track zum Thema Green IT heraus, das ein Vortrag mit dem provokanten Titel „Reich werden, ohne zu arbeiten – Energie sparen im Heimnetz“ einläutete. Hier erklärte Rene Schickbauer im Detail, wie jedermann bis zu 800 Euro Stromkosten im Jahr einsparen kann. Unter dem ganz harmlosen Titel „Low-Power-Linux“ lieferte dagegen Prof. Dr. Wolfram Luithardt eine echte technische Delikatesse: Er arbeitet an der Entwicklung von Embedded-Linux-Systemen, die ihre Betriebsenergie über so genanntes Power Harvesting zum Großteil über Wärmetausch, Licht und Vibrationen aus der Umgebung beziehen.

Eine Überraschung gab es bei der Keynote zum Thema Qt-Entwicklung: Der vorgesehene Keynote-Speaker Mathias Ettrich fiel krankheitsbedingt aus, für ihn sprang LinuxUser-Stammautor und Qt-Entwickler Daniel Molkentin ein. Der frühere Chemnitzer Student und Ex-Mitorganisator der CLT stellte die neueste Version der Entwicklungsumgebung Qt Creator im Detail vor. Regen Zuspruch fand auch der Stand der Linux New Media AG im Ausstellungsbereich, den zahlreiche Leser zum Austausch mit der Redaktion und zum Kennenlernen des neuen Linux-Community-Klubs nutzten.

Wer keine Gelegenheit hatte, selbst bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2009 vorbei zu schauen, der muss dennoch nicht außen vor bleiben:Nach Abschluss der Veranstaltung wird es alle Beiträge auch in archivierter Form als Audio und Video auf der CLT-Website geben.

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