Open Source im professionellen Einsatz

Energieeffizienter Ebook-Reader nutzt Linux

17.09.2008

Einen ganzen Monat dauert es, bis der Hanlin Ereader V3 der chinesischen Firma Jinke Electronics wieder ans Netz muss. Bis dahin haben die Benutzer nach Aussage der Firma bereits 10.000 Seiten gelesen - wenn sie die dazu nötige Zeit und Ausdauer mitbringen.

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Dank des E-Ink-Display, das mit elektronischer Tinte arbeitet, spart der Hanlin-Reader beim Anzeigen der Seiten Strom. Erscheint eine Seite einmal vollständig auf dem Display, benötigt das Gerät keine weitere Energie zur Anzeige. Ein weiterer Vorteil von E-Ink: Auch bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Schrift dank starker Kontraste zum Hintergrund noch gut lesbar.

Im Gegensatz zu Amazons Ebook-Reader Kindle, der ebenfalls auf elektronische Tinte setzt, bringt das Gerät keinen Internetzugang mit. Das ist momentan kein wirklicher Nachteil: Amazon verkauft sein Gerät noch nicht in Europa. Ergattert man ein Exemplar beim amerikanischen Ebay-Ableger, funktioniert der Internetzugang nicht, weil der Kindle das amerikanische Highspeed-Netzwerk (EVDO) von Sprint benutzt.

Das chinesische Gerät lässt sich über eine SD-Karte (bis 4 GByte) oder via USB 1.1 mit Inhalten füttern und akzeptiert unter anderem folgende Formate: PDF, DOC, MP3, HTML, TXT, CHM, PNG, TIF, GIF, JPG, PPT, EPUB und LIT. Es unterstützt mehrere Sprachen, darunter die deutsche, wiegt 210 Gramm und läuft mit Wolf Linux - offenbar einer chinesischen Linux-Variante - auf einem Arm9 Prozessor von Samsung mit 200MHz. Es verfügt über 32 MByte SDRAM und 2 MByte NOR Flash-Speicher. Das 6-Zoll-Display sollte mit einer Auflösung von 800x600 Pixeln gut lesbar sein. Audiodateien kann man mit dem Gerät auch anhören, eine entsprechende Buchse für Kopfhörer existiert.

Offen ist noch eine rechtliche Frage: Ein Nutzer der GPL-Violations-Liste hat offenbar schon im Dezember letzten Jahres erfolglos versucht, den Quellcode für den geänderten Kernel anzufordern.

Bei Ebay wird man das Ebook wohl noch nicht bekommen, dafür lässt es sich für 361 US-Dollar über die Webseite ordern. Das wirkt recht kompliziert, da man das Geld nur überweisen kann. Der Hersteller Jinke Electronics rät, einen Bankschalter zu nutzen. Alternativ verkauft offenbar ein türkischer Shop das Gerät für 328 Euro unter dem Namen "Walkbook", hier ist eine Bezahlung per PayPal möglich.

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