Open Source im professionellen Einsatz

Emsige Kernelentwickler

19.02.2015

Die Kernelentwicklung ähnelt einem großen Ameisenhaufen. Das zeigen auch die Zahlen: Einer Untersuchung der Linux Foundation zufolge, arbeiten mehr Entwickler als jemals zuvor am Kernel. Und viele davon werden bezahlt

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Unter dem Titel "Linux Kernel Development: How Fast It is Going, Who is Doing It, What They Are Doing and Who is Sponsoring It." versucht die Linux Foundation einmal mehr, aussagekräftige Zahlen zur aktuellen Kernelentwicklung zu generieren. Die Highlights des Reports, den Amanda McPherson zusammen mit den Kernelentwicklern Greg Kroah-Hartman und Jonathan Corbet erstellt hat, schildert nun ein Blogeintrag. Die komplette Untersuchung lässt sich nach Anmeldung online nachlesen.

In den letzten 15 Monaten haben demnach 4000 Entwickler Code zum Kernel beigetragen, die Hälfte davon sind neue Entwickler. Insgesamt haben seit 2005 12 000 Entwickler am Kernel gearbeitet. Zu den Top-10-Organisationen, die Code zum Kernel beitragen, gehören in dieser Reihenfolge Intel, Red Hat, Linaro, Samsung, IBM, Suse, Texas Instruments, Vision Engraving Systems, Google sowie Renesas. Interessant: Auf Platz 13 folgt das "FOSS Outreach Program for Women", das Frauen ermutigen soll, Code zum Kernel beizutragen. Zum Kernel 3.11 haben sie 1,5 Prozent der Patches beigetragen.

Jobsuchende dürfte interessieren, dass 80 Prozent der Kernel-Entwickler von Firmen für ihre Arbeit bezahlt werden. Für Freizeit-Kernelentwickler besteht also, abhängig vom Bereich, in dem sie sich engagieren, eine realistische Aussicht auf Anstellung.

Nicht zuletzt gehört der Kernel zu den lebhaftesten Open-Source-Projekten, wobei die Arbeit an Kernel 3.15 laut Studie die meisten Veränderungen nach sich zog. Durchschnittlich akzeptieren Kernelentwickler pro Tag 185 Commits, pro Woche ungefähr 1300. Zugleich ist der Entwicklungszeitraum für eine Kernelrelease von 70 auf 66 Tage geschrumpft.

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